
Die Grätsche kam von links. Ich habe sie nicht kommen sehen. Der Täter war der Sohn eines Metzgers aus meiner Heimatstadt. Muss ich mehr sagen? Eine Woche schleppte ich mich so durch die Welt. Das wird schon, dachte ich mir. Mobilat hat noch immer geholfen. Es tat es nicht. Gestern habe ich mich dann in die Hände der erstaunlich zügig arbeitenden Gesundheitsindustrie begeben. Vielleicht war das ein Fehler.
Die Diagnose war schnell gestellt: Meniskusschaden. Das Röntgenbild flugs gemacht, kaum zehn Minuten später lag ich im Kernspintomographen (jetzt weiß ich wo Techno herkommt!). Die Bilder erschreckten den noch eilig hinzugezogenen weiteren Orthopäden. Die Kreuzbänder! Ab! Das Innenband! Angerissen! Flugs wurde schon auf morgen die erste Operation anberaumt. Also ab zur Anästhesistin, die mich vor die Option stellte, im Aufwachraum nicht mit hunderten anderer einzulagern. Das soll 15 Euro kosten. Das Geld spare ich mir selbstredend. Ich will mit anderen aus dem Koma aufwachenden, lallenden Kreaturen herumliegen und selber lallen. Das wird ein Spaß. Man wird mich hurtig von der Liege werfen, die nächsten erbarmungswürdigen Menschen müssen untergebracht werden. Ein Krankenwagen wird mich mit Blaulicht nach Hause fahren. Die Krücken stehen schon am Bettrand. Die Schmerztabletten habe ich mir auch schon besorgt. Jetzt brauche ich nur noch etwas, das das Magenbluten bekämpft, das die Schmerztabletten verursachen werden. Adieu du schöne Welt.
[Autor: wog]
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich ROFLn. Alternativ habe ich in die Tastatur gebissen. Das ist Galgenhumor vom Feinsten. Chapeau und gute Besserung!
PS: Wenn Dich der Anästhesist fragt, ob Du schnell oder langsam wegtreten willst, wähle letzteres. Der Unterschied: 1 bis 2 Sekunden Drogengenuss.
Ach herje. Alles Gute.
[...] So, jetzt wird schamlos gejammert. Nach der ersten OP an meinem Knie, die hier schon mit großem Jammern erwartet wurde, war vergangene Woche die zweite OP dran. Die Profis sagen “VKB-Ruptur”, normale Menschen “Kreuzbandriss”. Das ist jetzt weiter nicht schlimm, man sollte nur gar nie nicht und unter keinen Umständen vor größeren chirurgischen Eingriffen das Internet konsultieren, denn dann findet man Scheußlichkeiten wie diese wo unter dem Titel “Fun videos about bioscrews” (es ist der Beitrag “All-inside ACL with SemiT and Bioscrews”) unter anderem am Beispiel eines Eishockeyspielers gezeigt wird, wie das en detail vor sich geht. Man könnte es also – eine gute Bohrmaschine und genügend Schnaps vorausgesetzt, auch zu Hause machen. [...]
[...] dass Krücken ansteckend sind? Jedenfalls habe ich seit dem Besuch beim kniegeschädigten wog ebenfalls welche. [...]
[...] dass Krücken ansteckend sind? Jedenfalls habe ich seit dem Besuch beim kniegeschädigten wog ebenfalls welche. [...]
[...] * Nein, es ist natürlich kein Zufall, dass hier Emil Zátopek Pate stand, der Mann, der unsere Lebensmaxime formulierte wie kein anderer: “Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft.” – jedenfalls bis wog sein Knie verlor – und wir fügen demütig hinzu: “Nichts nichtet.” [...]
Komisch. Ich habe gar kein Mitleid
Bei dir ist wahrscheinlich das Herz kaputt.
ne, liegt wohl daran, dass ich beim gedanken an gemeinsames lallen im aufwachraum auch roflen musste
[...] sind ja kein Sportblog. Wenn man davon absieht, dass einige von uns Sportkrüppel sind. Aber das hier finden wir [...]