Archiv für die Kategorie „Diaspora“

Kid-Cuts (47) – Toilettendiskurs

Mittwoch, 1. Februar 2012

Die Situation:

Vater versucht zu arbeiten. Die Kinder spielen – im Badezimmer. Als sich der Anteil der Wörter „Kacka”, „Pipi” und „Pups” an der Unterhaltung der beiden Drei- und Fünfjährigen von den sonst üblichen 35 auf 75 Prozent erhöht, wird Vater aufmerksam und schaltet das Aufnahmegerät ein. Ein Protokoll.

Der Kleine: Du Kacka!
Die Große: Du Piesel!
Der Kleine: Ich kacker und puller auf dich.
Die Große: Nein ICH kacker und puller auf dich.
Der Kleine: Nein ich.
Die Große: Nein ich.
Der Kleine: Du Pups.
Die Große: Nein, ich bin kein Pups.
Der Kleine: Pupkacka!
Die Große: Bin kein Pupkacka.
Der Kleine: Du Pups.
Die Große: Nein.
Der Kleine: Du hast jetzt Kokosmasokearnprioa.
Die Große: Was?
Der Kleine: Du Pups.

Man merkt, in welche Richtung dieser Dialog geht. Nach zwei bis drei Stunden nimmt die Unterhaltung jedoch eine spektakuläre Wende. Denn anstatt zu antworten, verlegt sich die Große, und in dieser Art der Gesprächsführung bereits sehr Beschlagene, auf eine Art Zermürbungstaktik und intoniert mit leisem Singsang ihr Kleinkindmantra:

Die Große im Hintergrund: Du Pups, du Pups, du Pups, du Pups…

Der Kleine ist verblüfft über diese Wendung, weiß zunächst nicht, wie er kontern soll. Probiert es zunächst mit einem weiteren Hinbellen von „Du Pups”, und „Du Kacka”, was die Große aber ignoriert und weitermacht mit „Du Pups, du Pups, du Pups, du Pups…”

Als auch diverse Äußerungen des Wortes „Nein” in unterschiedlichsten sprachlichen Schattierungen nichts bringen, greift der Kleine in höchster Verzweiflung zu seiner mächtigsten Waffe: der Lautstärke. Die setzt er aber bereits gewitzt ein. Und statt einzelne Brüller auszustoßen, weiß er um die Wirkmächtigkeit einer Sirene. Ein anfangs kaum hörbares „Nein” lässt er gekonnt zu einem gellenden Schrei anschwellen. „NEIN!”

Die Große weiß, wann ihre Mittel aufgebraucht sind und man eine Schlacht verloren hat. Deshalb muss Papa ran und die Große schützt ein körperliches Bedürfnis vor, um den Kleinen vom Thron zu stoßen – auf dem sitzt er nämlich bereits seit geraumer Zeit:

„Ich muss ganz dringend pullern”, sagt sie. Aber die Toilette ist besetzt. Wäre sie drauf und der Kleine müsste mal: Kein Problem. Er könnte ja noch aufs Töpfchen. Andersrum geht das aber auf keinen Fall. Weshalb große Ratlosigkeit angesagt ist. Den Kleinen anzutreiben wäre aussichtslos. Ich spiele mit dem Gedanken, die Große ins Waschbecken zu setzen. Verwerfe das aber sofort wieder aus mehreren Gründen. Und plötzlich geht alles ganz schnell. Der Kleine steigt mit großem Grinsen vom Thron und zeigt voller Stolz auf seine heldenhafte Verrichtung: einen Riesenhaufen, den er mit folgenden rätselhaften Worten beschreibt, nach denen alle völlig fassungslos im Raum stehen und diese kleine Geschichte ihr Ende findet.

Er sagt: „Man sieht nur die Nase, die Augen und Ohren.”

Das Letz noss VII

Dienstag, 31. Januar 2012

Für alle, die bei der Lesung dabei waren und die Texte unserer wunderbaren Gäste nochmal nachlesen oder überhaupt mehr über sie wissen wollen. Und für alle anderen. Den Review gibt’s später woanders. Wir werden’s verlinken.


Alexandra Tobor | @silenttiffyAlexandra Tobor


Deef Pirmasens | @deefDeef Pirmasens


Dr. Schreck | Sascha BühlerDr. Schreck / Sascha Bühler


Revolvermädle | Katharina FinkFrl. Fink / Katharina Fink

Sieben

Freitag, 27. Januar 2012

Ich darf nochmal kurz auf die Veranstaltung hinweisen, die am Sonntag in die siebte Runde geht. Alle notwendigen Infos finden sich an der dafür vorgesehenen Stelle, hier nur das letzte in Kürze.

Offenbar haben wir einen bayrischen Abend ohne Bayern, denn unsere lesenden Gäste reisen aus Bayreuth, Augsburg und München an, sind aber gar keine Bayern. Wir erwarten außerdem Publikum bis aus Hessen und gehen davon aus, dass der Kulturschock richtig tief sitzt. Wir selbst sind geschockt von der Absage unseres bewährten Chronisten und hoffen mit Hölderlin, dass fotografierender und schreibender Ersatz naht. (Bewerbungen bitte in die Kommentare.)

Ob es eine verflixte sieben wird, liegt letztlich bei euch. Kommet zuhauf und das Zimmertheater wird wieder von umfallenden Bierflaschen widerhallen!

Romanheld

Montag, 9. Januar 2012

Als ich neulich in den Buchladen ging, um ein Buch zu kaufen, das ich nun lieber wieder zurückgäbe, fiel mir folgendes ins Auge:

Worauf ich nähertrat, …

… in Erstaunen ausbrach …

… und schließlich in Kaufaktion trat:

Sollte Roman Held alias @hoch21 jemals wieder bei uns lesen, dann kriegt er das Schoklädle als Nachtisch. Versprochen.

Preisliste

Dienstag, 27. Dezember 2011

Man kann der IHK Reutlingen einen gewissen Humor nicht absprechen.

[aus dem IHK-Business-Guide 2011 der IHK Reutlingen, Seite 46]

Jauchzet, frohlocket!

Freitag, 23. Dezember 2011

[Dem Alex sein digitales Universum hat's zuerst gefunden, dabei fand dieser schöne Flashmob schon am 1. Advent im Tübinger Kaufhaus Zinser statt.]

Kid-Cuts (46) – Apfelmuss

Montag, 19. Dezember 2011

Wie gewinnt der 40 Jahre alten Kaufladen, der allweihnachtlich im Wohnzimmer im Weg steht, stylishe Aktualität? Mit dem richtigen Bäpper auf dem Hinterteil der Ladenkasse:

Schon gewusst, … (XLX)

Dienstag, 6. Dezember 2011

… dass Wildschweine durch den Wald hirschen, wenn sich Hirsche schweinisch benehmen?

Preserwirt

Dienstag, 29. November 2011

Hier kocht parkt der Chef. (Ich weiß gar nicht, was ich besser finden soll: die fleischgewordene Parkraumbewirtschaftung oder das vorangestellte P.)

[Bei Waldshut gefunden und abgelichtet von meiner aufmerksamen Mutter. Danke.]

Zum ersten und letzten Mal: Stuttgart 21

Dienstag, 22. November 2011

Viele können das Thema nicht mehr hören. Und auch ich bin froh, dass mit der Abstimmung am Sonntag (hoffentlich) endlich Klarheit herrscht. Ich werde für den Ausstieg stimmen, kann aber auch die Argumente der Gegenseite nachvollziehen und bin niemand gram, der S21 befürwortet. Dennoch möchte ich gerne auf das Interview hinweisen, das mein alter Freund Julian Aicher, Journalist aus Leutkirch, mit Professor Karl-Dieter Bodack zu dem umstrittenen Bahnprojekt führte.

Karl-Dieter Bodack erwarb sein Lokführerpatent auf der Strecke Ulm-Stuttgart. Von 1970 bis 1995 war er in Führungspositionen der Deutsche Bahn tätig. Heute ist er Unternehmensberater und Professor für Design. Bodack gilt als vehementer Kritiker der Unternehmensstrategie der Deutschen Bahn AG. Vor allem kritisierte er die schrittweise Abschaffung des Interregios. Er ist auch entschiedener Gegner des Projektes Stuttgart 21.

Hier ist das Interview: