Archiv für die Kategorie „Diarrhö“

Druckabfall

Freitag, 3. September 2010

[Nach einer Idee von wild ammo, die ich bei Peter Glaser fand.]

Kino in der Liste (45)

Mittwoch, 1. September 2010

Avatar – Aufbruch nach Pandora (Special Edition) (Avatar: Special Edition, USA 09)

  • Plot in a nutshell: Gut (Baummenschen) gegen Böse (Militär) auf fernem Planeten in ferner Zukunft
  • Ist acht Minuten und 50 Sekunden länger als das Original
  • Fazit: Ist halt acht Minuten und 50 Sekunden länger

“Very mean” Coens

Montag, 23. August 2010

Anlässlich der vergangene Woche in den Verkauf gegangenen DVD “A serious man”, dem tollsten, verrätseltsten, sperrigsten, aber auch komischsten Coen-Film seit, “Barton Fink”, “The man who wasn’t there”, schon ein Ausblick auf den nächsten. Er heißt “True Grit”, ist ein Remake des John Wayne-Films “Der Marshall”, kommt am 13. Januar bei uns ins Kino und dass der wieder sehr böse und gemein wird, daran lässt bereits der letzte Casting-Call für die Dreharbeiten vergangenen April in Austin nicht den Hauch eines Zweifels: Neben einer Frau, der ein Arm fehlt, werden die folgenden netten Jungs und Mädels gesucht:

FRANK JAMES – Late 60’s – 80’s. Must be able to portray a menacing look through his eyes!! Beady-eyed bastard. Very mean looking! Thug. Son-of-a-gun. Not a nice guy!

GRANDMA TURNER – Late 60’s – 80’s. Must be able to portray a mean woman – decrepit & pruney looking (great wrinkles/facial lines). She snores loudly! 2 options: Old crone (mean old lady) OR a very large woman (too big to share bed w/Mattie).

General Women – Frontier, hard-bitten types of WOMEN. Must have interesting faces (facial lines, crooked teeth, larger noses, weathered skin type, hard features). Preferably longer hair w/no artificial color. We need rough frontier types – NOT modern looking. No makeup!

Ein erstes Bild gibt es auch schon mit einem – wie ich finde – very mean looking Jeff Bridges:

Haarfresser

Donnerstag, 19. August 2010

Friseure sind bei der Namensgebung ihrer Läden oft kreativ und manchmal auch unfreiwillig komisch. Das ist schon vielen Menschen aufgefallen und manche haben Spaß daran, dies zu dokumentieren. Auch Deef Pirmasens tut dies und weil ich sein Blog “Gefühlskonserve” schätze, habe ich ihm vor einiger Zeit mal ein solches Bild geschickt:

Vorgestern nun erhielt ich eine Mail, in der es um dieses Bild ging, und die etliche andere Mails, ein Telefongespräch und einigen Ärger auslöste. Ich habe lange gezögert, ob es der Sache angemessen sei, dazu einen Blogbeitrag zu schreiben. Da ich nun aber ohnehin schon einige Zeit damit verbraten hatte, ohne es zu wollen, denke ich: Ja.

Deef ging es wohl genauso, denn er hat ebenfalls einen Beitrag dazu geschrieben. Den will ich nicht groß kommentieren, sondern nur den zugehörigen Briefwechsel dokumentieren. Hier die Ausgangsmail von einem Blog namens “BarbierBlog”:

Lieber Ulrich Eder,

seit einigen Monaten sammelt das Team des BarbierBlogs die verrücktesten Friseurnamen Deutschlands:

http://barbierblog.wordpress.com/

Wir sind bereits jetzt das größte Archiv kreativer Friseursalonnamen im ganzen deutschsprachigen Raum. Die Schriftsteller und Bestsellerautoren Wiglaf Drose, Bastian Sick und Thomas Gsella unterstützen den BarbierBlog unter anderem.

Deine Entdeckung der “Haar-Garage” drüben bei Deef hat uns gut gefallen. Hättest du nicht Lust, auch BarbierBlogger zu werden und uns deine Fotos zur Verfügung zu stellen? Du würdest unsere kleine private unkommerzielle Idee mit deinen Bildern sehr bereichern und die ca. 1.000 Besucher unseres Blogs täglich sehr froh machen.

Vielen Dank schon jetzt und sonnige Grüße:
die BarbierBlogger

Ich schaute mir das Barbierblog samt Twitteraccount an, wunderte mich über das schmale Impressum des Blogs und sah auf der zugehörigen Facebookseite, dass auch andere dies seltsam fanden:

Um das Bild zu vervollständigen, mailte ich Deef an:

Hallo Deef,

gestern erhielt ich untenstehende Mail mit obenstehendem Betreff. Anscheinend gibt es außer dir und Manuel Wolff (http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/category/stoff/friseurnamen) noch mehr Frisörnamensammler.

Mir gefiel eigentlich dein Konzept, die Frisörnamen als wiederkehrendes Element in dein Blog einzubauen und ich habe auch noch zwei oder drei Kandidaten hier in der Region auf der Liste.

Andererseits spricht auch nichts gegen Themenblogs (ich hab ja mit nichtsblog.de selber eins). Was mir nicht gefällt, ist die Abwerbestrategie des Barbierblogs. Es sei denn, das wäre mit dir abgesprochen.

Ist das so?
Fragt: Uli

Deefs Antwort war kurz.

Hallo Uli,

das ist natürlich nicht mit mir abgesprochen. Aber was kann man da machen?

Viele Grüße
Deef

Wir telefonierten kurz dazu und Deef erzählte mir die Vorgeschichte aus seiner Warte. Ich beschloss, das BarbierBlog nochmal anzuschreiben, um auch diesem Gelegenheit zu geben, sich zu erklären:

Lieber Barbier Blogger,

schönen Dank für die Anfrage. Ich finde die Idee witzig, wenn auch nicht ganz neu. Aber wem sage ich das?

Verstehe ich dich recht, dass du gerne das Bild von mir, das bei Deef schon online steht, ebenfalls veröffentlichen möchtest? Da müsstest du besser bei Deef direkt nachfragen. Oder geht es darum, potenzielle Frisörnamenfinder zu rekrutieren?

Aus dem Impressum des Barbierblogs geht leider nicht hervor, mit wem man es da zu tun hat. Steckt da ein Verlag dahinter? Soll irgendwann mal ein Buch daraus entstehen?

Vielleicht kannst du mir ein bisschen mehr über das Projekt erzählen, hofft:
Uli Eder

Die Antwort auf diese Fragen kam prompt und war auf seltsame Weise heftig.

Lieber Uli,

hairzlichen Dank für deine sympathische Nachfrage. Wie bereits geschrieben: Es ist ein privates, unkommerzielles und rein albernes Projekt. Es geht allein um die Freude an diesem deutschen Phänomen. Und ja, die Idee ist uralt – aber bisher leider nur suboptimal umgesetzt. Ansonsten hätten wir – ca. 10 PapHAARrazzi aus ganz Deutschland – uns auch nicht die Arbeit mit dem Blog gemacht.

Denn wir sind alles keine Blogger, sondern ehrlich arbeitende Menschen aus Journalismus, Werbung, Kunst, Literatur und Design. Der Blog ist nur ein Mittel zum Zweck. Anders als bei Deef soll darum auch die Selbstexposition nicht im Mittelpunkt stehen. Wir wollen nicht unsere Distinktion steigern, sondern unsere Sammelleidenschaft soll die Idee bestimmen und die Salons sollen das Wichtigste sein. Darum findest du auf unserer Seite auch keine Namen im Impressum. Das so viele Prominente die Idee gut finden, ehrt und freut uns.

Was mal daraus wird? Keine Ahnung. Sollte es irgendwann mal etwas Gedrucktes werden (was nicht geplant ist), dann würden wir natürlich alle Autoren der Fotos noch einmal extra um Erlaubnis fragen. Das versteht sich ja von selbst, wir sind eben keine Blogger, sondern achten das Urheberrecht.

Deine “Haar-Garage” würde den BarbierBlog schmücken, ganz klar. Und natürlich würden wir uns freuen, wenn du bei den nächsten entdeckten Friseurnamen (auch) an uns denkst – Ruhm, Ehre und ein Re-Link zu deiner Seite sind natürlich selbstverständlich ;-)
War auch nur eine Anfrage, du musst auch nicht mitmachen. In diesem Falle: Sorry für das Belästigen, kommt nicht wieder vor. Würde uns aber schwer freuen.

Alles Liebe:
die BarbierBlogger

Diese in freundlich plauderndem Ton vorgebrachten Beleidigungen von Bloggern im Allgemeinen und Deef im Speziellen ließen mich so ratlos zurück, dass ich zunächst Deef davon informierte und dann beschloss erstmal eine Nacht darüber zu schlafen. Heute morgen schrieb ich dann folgende Mail:

Lieber BarbierBlogger,

ich bin etwas verwirrt. Du suchst die Unterstützung von Bloggern, schreibst sie als solche an und beleidigst sie dann mit Sätzen wie “wir sind eben keine Blogger, sondern achten das Urheberrecht”, unterstellst Deef “Selbstexposition” durch Friseurladenbilder und weigerst dich beharrlich, deinen Namen zu nennen.

Das passt für mich nicht zusammen und ich kann nach wie vor die Intention, die hinter dem Projekt steht, nicht verstehen. “Private, unkommerzielle und rein alberne Projekte” schmücken sich nicht mit großen Namen und fremden Federn.

Ich gehe davon aus, dass dieser Schriftwechsel auch andere von dir angeschriebene Blogger interessieren dürfte und werde ihn daher auf meinem Blog veröffentlichen. Da du ohnehin anonym bleiben wirst, dürfte dich das nicht weiter stören.

Schöne Grüße
Uli

PS: Meine Friseurnamenbilder werde ich weiterhin an Deef schicken, den ich hier auf CC gesetzt habe.

Was hättet ihr gemacht?

Hier übrigens noch eine kleine, unsortierte Auswahl verschiedener Friseurnamensammler: Der FriseurladenQypeVolker PoehlsSPIEGEL onlineZEIT onlineManuel Wolffbeklopptefriseurnamen.deHauptstadtblogflickryadyada

Kid-Cuts (36)

Dienstag, 10. August 2010

Darf man seine eigenen Kleinkinder tätowieren lassen? Jetzt so richtig, meine ich. Und nicht mit “Käpt’n Sharky”-Kram oder “Hello Kitty”-Mist. Darüber ließe sich sicherlich trefflich streiten. Dass sich Menschen tatsächlich mit Abbildern ihrer eigenen Kindern tätowieren lassen, musste ich unlängst beim Besuch eines Brandenburger Spaßbades (Nomen est omen…) mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen.
Dergleichen scheint zu passieren. Menschen lassen sich Geburtstag und/oder Namen ihres Nachwuchses in die Haut stechen, hier suchen einige sogar nach Ratschlägen. Dass mir aber im echten Leben und unabhängig voneinander gleich zwei Typen über den Weg liefen, die ein Kopfbild ihres Säuglings in Untertassengröße samt Namen und Geburtsdatum auf Brust oder Schenkel mit sich herumtragen, stürzte mich in eine derart tiefe Verzweiflung, dass ich selbst jetzt, noch Tage danach, nicht aufhören kann, manisch an meinen eigenen Zehennägeln herumzukauen, nur um dem Dauerkopfschütteln Einhalt zu gebieten. Das Schreiben dieses Textes war deshalb auch außerordentlich mühsam.

Kunstgeschichtebändelupfmuskelkater

Freitag, 23. Juli 2010

Damals, als ich noch Computer schraubte, hatte ich eine Kundin, die war Kunstgeschichteprofessorin. Sie hatte davon gehört, dass man mit Computern ebenso fein schreiben könne wie mit einer Schreibmaschine, nur besser. Ich bestätigte dies und stellte mit ihr eine Grundausstattung zusammen.

Softwaremäßig war das kein Problem, denn es gab nur ein Betriebssystem und zwei konkurrierende Textverarbeitungen. Wir entschieden uns für MS-DOS 6.20 und WordPerfect 5.1. Die Hardwareausstattung gestaltete sich schon schwieriger, nicht weil meine Kunstgeschichteprofessorin irgendwelche besonderen Konstellationen bevorzugte, sondern weil ihr der Monitor immer zu hoch oder zu niedrig stand. Ich besorgte daher aus dubiosen Kanälen einen Monitorhalter. Weil Monitore damals noch schwer und tief waren, waren solche Halter recht stabil ausgelegt, wogen etwa gleich viel wie der Monitor selbst und waren dermaßen groß, dass sie praktisch auf keinen Schreibtisch passten. So auch nicht auf den meiner Kunstgeschichteprofessorin. Jedenfalls nicht zusammen mit der Tastatur. Ich baute das Monstrum also wieder ab. Seither gammelt es im Keller vor sich hin.

Stattdessen verfiel ich auf die mir aus Studententagen geläufige Idee des Bücherstapels. Das war zwar semiprofessionell, hatte aber den Vorteil, dass es funktionierte. Das eigentliche Drama war die Auswahl der Bücher. Nicht, dass es daran gemangelt hätte. Selbstredend waren alle vier Wände mit Regalen versehen, die kreuz und quer liegende Fachliteratur aufnahmen. Zudem fanden sich Stapel von Zeitschriften, Katalogen, Diplomarbeiten und weiteren Büchern auf dem Boden, dem Beistelltischchen, dem Sofa und allen im Arbeitszimmer vorhandenen Stühlen. Nur: Welche davon könnte man nehmen, die a. momentan nicht benötigt würden und b. in der Feinabstimmung der Computerhöhendistanz ihre volle Funktionalität beweisen konnten? Dass man vom Kunstgeschichtebändelupfen einen Muskelkater kriegen kann, ist eine Erfahrung, auf die ich seither immer wieder gerne verzichte.

Jedenfalls gelang es uns nach mehreren Stunden, die richtige Balance aus Buchmillimetern und wissenschaftlichen Notwendigkeiten zu finden, korrigierten all das noch einmal, als wir merkten, dass auch die Tastatur nicht die richtige Höhe hatte und stellten zu guter Letzt auch noch den Stuhl auf die richtige Höhe – ein Arbeitsschritt, der mir gut und gern drei Stunden Kunstgeschichtebändelupfen und einen veritablen Kunstgeschichtebändelupfmuskelkater erspart hätte.

Wenig später erhielt der Gemahl der Kunstgeschichteprofessorin – übrigens ebenfalls ein Kunstgeschichteprofessor – einen Ruf nach Berlin, was dazu führte, dass auch meine Kunstgeschichteprofessorin eines schönen Tages in die Hauptstadt zog. Und weil dort ein eklatanter Mangel an Computerspezialisten herrschte, ließ sie mich einfliegen, um ihr Computergedöns anzustöpseln. Damals lernte ich, warum man bei heißem Wetter kein Jacket trägt, dass es in Berlin Straßen gibt, deren Hausnummern verlost werden, und dass man vom Kunstgeschichtebändelupfen auch zweimal im Leben einen Muskelkater kriegen kann.

Über Kunstgeschichte aber hatte ich rein gar nichts gelernt.

Das habe ich heute bei der Lektüre des überaus vergnüglichen Beitrags “Wunderbare Jahre. Streifzüge durch die Kunstgeschichte” von Alexandra Tobor aka @silenttiffy nachgeholt.
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Disclaimer: Ich habe mal mit @silenttiffy am gleichen Abend beim Jour Fitz gelesen und fand mich von ihrem Migrationsepos bestens unterhalten. Zudem plane ich, sie zu unserem kunstgeschichtlichen Stammtisch “Das Letz niest” einzuladen. Das weiß sie aber noch nicht. Also: Pssst.

Verhältnisse (18)

Dienstag, 20. Juli 2010

Invaliditätsgrad bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit der nachstehend genannten Körperteile und Sinnesorgane:*

  • Daumen: 20%
  • Zeigefinger: 10%
  • Mittelfinger: 5%

Verblüffend: Dieses Verhältnis ändert sich in eklatanter Weise, zeigt man eines der beschriebenen Körperteile fremden Leuten.**

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* Aus den Versicherungsbedingungen einer Kfz-Schutzbriefversicherung

Homöopathieologisch

Donnerstag, 15. Juli 2010

Lustig und traurig zugleich: Johnny Haeusler bemängelt in einem lesenswerten Beitrag auf Spreeblick, dass die aktuelle Homöopathie-Diskussion die eigentlich notwendige Debatte über die Mängel im Gesundheitssystem überdeckt. Denn, so Johnny,

“im Zusammenhang mit einer Gesundheitsreform liegen die wirklichen Kostenfaktoren sicher nicht im sprichwörtlichen homöopathischen Bereich. Wer sich in diesem Rahmen auf eine Anti-Homöopathie-Debatte einlässt, tut meiner Meinung nach genau das, was er anderen vorwirft: Er schluckt Placebos.”

Und was passiert? 200 Kommentare überschlagen sich mit Pros und Contras zum Thema Homöopathie.
Eine bittere Pille.

Frische Luft

Montag, 12. Juli 2010

Animiertes Ventilator-GIF im Netz gefunden. Rechte unklar. Bitte kurz durchpusten, falls dir das Bild gehört.

Witz

Dienstag, 6. Juli 2010

Alle zehn Jahre steht das Jahrgangstreffen vor der Frage: In welchem Gasthaus möchten wir feiern?

Beim 50er-Treffen schlägt einer vor, in den “Engel” zu gehen: “Da gibt’s ne hübsche Bedienung!”

Das 60er-Treffen einigt sich auf den “Engel”, “weil dort auch cholesterinfreie Gerichte zu haben sind”.

Beim 70er-Treffen kriegt der “Engel” den Zuschlag, “weil die Toilette ebenerdig zu erreichen ist”.

Das 80er-Treffen findet nach längerer Diskussion schließlich im “Engel” statt. “Aber nur, weil wir da noch nie waren.”