
[Nach einer Idee von wild ammo, die ich bei Peter Glaser fand.]

[Nach einer Idee von wild ammo, die ich bei Peter Glaser fand.]
Anlässlich der vergangene Woche in den Verkauf gegangenen DVD “A serious man”, dem tollsten, verrätseltsten, sperrigsten, aber auch komischsten Coen-Film seit, “Barton Fink”, “The man who wasn’t there”, schon ein Ausblick auf den nächsten. Er heißt “True Grit”, ist ein Remake des John Wayne-Films “Der Marshall”, kommt am 13. Januar bei uns ins Kino und dass der wieder sehr böse und gemein wird, daran lässt bereits der letzte Casting-Call für die Dreharbeiten vergangenen April in Austin nicht den Hauch eines Zweifels: Neben einer Frau, der ein Arm fehlt, werden die folgenden netten Jungs und Mädels gesucht:
FRANK JAMES – Late 60’s – 80’s. Must be able to portray a menacing look through his eyes!! Beady-eyed bastard. Very mean looking! Thug. Son-of-a-gun. Not a nice guy!
GRANDMA TURNER – Late 60’s – 80’s. Must be able to portray a mean woman – decrepit & pruney looking (great wrinkles/facial lines). She snores loudly! 2 options: Old crone (mean old lady) OR a very large woman (too big to share bed w/Mattie).
General Women – Frontier, hard-bitten types of WOMEN. Must have interesting faces (facial lines, crooked teeth, larger noses, weathered skin type, hard features). Preferably longer hair w/no artificial color. We need rough frontier types – NOT modern looking. No makeup!
Ein erstes Bild gibt es auch schon mit einem – wie ich finde – very mean looking Jeff Bridges:
Darf man seine eigenen Kleinkinder tätowieren lassen? Jetzt so richtig, meine ich. Und nicht mit “Käpt’n Sharky”-Kram oder “Hello Kitty”-Mist. Darüber ließe sich sicherlich trefflich streiten. Dass sich Menschen tatsächlich mit Abbildern ihrer eigenen Kindern tätowieren lassen, musste ich unlängst beim Besuch eines Brandenburger Spaßbades (Nomen est omen…) mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen.
Dergleichen scheint zu passieren. Menschen lassen sich Geburtstag und/oder Namen ihres Nachwuchses in die Haut stechen, hier suchen einige sogar nach Ratschlägen. Dass mir aber im echten Leben und unabhängig voneinander gleich zwei Typen über den Weg liefen, die ein Kopfbild ihres Säuglings in Untertassengröße samt Namen und Geburtsdatum auf Brust oder Schenkel mit sich herumtragen, stürzte mich in eine derart tiefe Verzweiflung, dass ich selbst jetzt, noch Tage danach, nicht aufhören kann, manisch an meinen eigenen Zehennägeln herumzukauen, nur um dem Dauerkopfschütteln Einhalt zu gebieten. Das Schreiben dieses Textes war deshalb auch außerordentlich mühsam.
Damals, als ich noch Computer schraubte, hatte ich eine Kundin, die war Kunstgeschichteprofessorin. Sie hatte davon gehört, dass man mit Computern ebenso fein schreiben könne wie mit einer Schreibmaschine, nur besser. Ich bestätigte dies und stellte mit ihr eine Grundausstattung zusammen.
Softwaremäßig war das kein Problem, denn es gab nur ein Betriebssystem und zwei konkurrierende Textverarbeitungen. Wir entschieden uns für MS-DOS 6.20 und WordPerfect 5.1. Die Hardwareausstattung gestaltete sich schon schwieriger, nicht weil meine Kunstgeschichteprofessorin irgendwelche besonderen Konstellationen bevorzugte, sondern weil ihr der Monitor immer zu hoch oder zu niedrig stand. Ich besorgte daher aus dubiosen Kanälen einen Monitorhalter. Weil Monitore damals noch schwer und tief waren, waren solche Halter recht stabil ausgelegt, wogen etwa gleich viel wie der Monitor selbst und waren dermaßen groß, dass sie praktisch auf keinen Schreibtisch passten. So auch nicht auf den meiner Kunstgeschichteprofessorin. Jedenfalls nicht zusammen mit der Tastatur. Ich baute das Monstrum also wieder ab. Seither gammelt es im Keller vor sich hin.

Stattdessen verfiel ich auf die mir aus Studententagen geläufige Idee des Bücherstapels. Das war zwar semiprofessionell, hatte aber den Vorteil, dass es funktionierte. Das eigentliche Drama war die Auswahl der Bücher. Nicht, dass es daran gemangelt hätte. Selbstredend waren alle vier Wände mit Regalen versehen, die kreuz und quer liegende Fachliteratur aufnahmen. Zudem fanden sich Stapel von Zeitschriften, Katalogen, Diplomarbeiten und weiteren Büchern auf dem Boden, dem Beistelltischchen, dem Sofa und allen im Arbeitszimmer vorhandenen Stühlen. Nur: Welche davon könnte man nehmen, die a. momentan nicht benötigt würden und b. in der Feinabstimmung der Computerhöhendistanz ihre volle Funktionalität beweisen konnten? Dass man vom Kunstgeschichtebändelupfen einen Muskelkater kriegen kann, ist eine Erfahrung, auf die ich seither immer wieder gerne verzichte.
Jedenfalls gelang es uns nach mehreren Stunden, die richtige Balance aus Buchmillimetern und wissenschaftlichen Notwendigkeiten zu finden, korrigierten all das noch einmal, als wir merkten, dass auch die Tastatur nicht die richtige Höhe hatte und stellten zu guter Letzt auch noch den Stuhl auf die richtige Höhe – ein Arbeitsschritt, der mir gut und gern drei Stunden Kunstgeschichtebändelupfen und einen veritablen Kunstgeschichtebändelupfmuskelkater erspart hätte.
Wenig später erhielt der Gemahl der Kunstgeschichteprofessorin – übrigens ebenfalls ein Kunstgeschichteprofessor – einen Ruf nach Berlin, was dazu führte, dass auch meine Kunstgeschichteprofessorin eines schönen Tages in die Hauptstadt zog. Und weil dort ein eklatanter Mangel an Computerspezialisten herrschte, ließ sie mich einfliegen, um ihr Computergedöns anzustöpseln. Damals lernte ich, warum man bei heißem Wetter kein Jacket trägt, dass es in Berlin Straßen gibt, deren Hausnummern verlost werden, und dass man vom Kunstgeschichtebändelupfen auch zweimal im Leben einen Muskelkater kriegen kann.
Über Kunstgeschichte aber hatte ich rein gar nichts gelernt.
Das habe ich heute bei der Lektüre des überaus vergnüglichen Beitrags “Wunderbare Jahre. Streifzüge durch die Kunstgeschichte” von Alexandra Tobor aka @silenttiffy nachgeholt.
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Disclaimer: Ich habe mal mit @silenttiffy am gleichen Abend beim Jour Fitz gelesen und fand mich von ihrem Migrationsepos bestens unterhalten. Zudem plane ich, sie zu unserem kunstgeschichtlichen Stammtisch “Das Letz niest” einzuladen. Das weiß sie aber noch nicht. Also: Pssst.
Invaliditätsgrad bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit der nachstehend genannten Körperteile und Sinnesorgane:*
Verblüffend: Dieses Verhältnis ändert sich in eklatanter Weise, zeigt man eines der beschriebenen Körperteile fremden Leuten.**
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* Aus den Versicherungsbedingungen einer Kfz-Schutzbriefversicherung
Lustig und traurig zugleich: Johnny Haeusler bemängelt in einem lesenswerten Beitrag auf Spreeblick, dass die aktuelle Homöopathie-Diskussion die eigentlich notwendige Debatte über die Mängel im Gesundheitssystem überdeckt. Denn, so Johnny,
“im Zusammenhang mit einer Gesundheitsreform liegen die wirklichen Kostenfaktoren sicher nicht im sprichwörtlichen homöopathischen Bereich. Wer sich in diesem Rahmen auf eine Anti-Homöopathie-Debatte einlässt, tut meiner Meinung nach genau das, was er anderen vorwirft: Er schluckt Placebos.”
Und was passiert? 200 Kommentare überschlagen sich mit Pros und Contras zum Thema Homöopathie.
Eine bittere Pille.









Animiertes Ventilator-GIF im Netz gefunden. Rechte unklar. Bitte kurz durchpusten, falls dir das Bild gehört.
Alle zehn Jahre steht das Jahrgangstreffen vor der Frage: In welchem Gasthaus möchten wir feiern?
Beim 50er-Treffen schlägt einer vor, in den “Engel” zu gehen: “Da gibt’s ne hübsche Bedienung!”
Das 60er-Treffen einigt sich auf den “Engel”, “weil dort auch cholesterinfreie Gerichte zu haben sind”.
Beim 70er-Treffen kriegt der “Engel” den Zuschlag, “weil die Toilette ebenerdig zu erreichen ist”.
Das 80er-Treffen findet nach längerer Diskussion schließlich im “Engel” statt. “Aber nur, weil wir da noch nie waren.”