Archiv für die Kategorie „Diarrhoe“

Kid-Cuts (57) – Trugschluss

Mittwoch, 8. Januar 2014

Nach dem Besuch des Roncalli Weihnachstcircus, bei dem ein Dutzend jugendlicher asiatischer Artisten (vom Kind konsequent „Atheisten“ genannt) schier Unglaubliches vollbrachte und sich nach dem Ende der letzten Nummer im Kollektiv schwarze Sonnenbrillen aufsetzte, kramt das Kind beim Abendessen auch eine Sonnenbrille raus und packt sich diese auf Nase.
Eltern: „Hast du die jetzt auf, weil die Artisten sich auch eine aufgesetzt haben?“
Kind: „Nein.“
Eltern: „Warum dann?“
Kind: „Weil’s cool aussieht.“

Bleu de Werbung

Montag, 2. Dezember 2013

Übersetzungs-GAU oder raffinierte virale Werbung? Where vice!

Effet

Freitag, 27. September 2013

[Applaus für Klaus]

Finde den Fehler

Mittwoch, 25. September 2013

12 Prominente kommentieren die „Brigitte“-Studie „Frauen auf dem Sprung„: Julia Offe, Susanne Daubner, Pia Ziefle, Katrin Göring-Eckardt, Alexa Henning von Lange, Vivian Naefe, Manuela Schwesig, Caren Miosga, Reinhold Beckmann, Ursula von der Leyen, Agnieszka Brugger, Anke Domscheit-Berg. Finde den Fehler.

Einsam reich

Freitag, 20. September 2013

Übrigens: Das Zerstören von Wahlplakaten ist Sachbeschädigung und nützt unter Umständen sogar dem politischen Gegner. Andererseits ist der gekonnte Umgang mit Sprache stets zu bewundern. Da bin ich jetzt echt unentschieden.

Ach ja. Wer eigentlich nicht wählen wollte, aber dringend die FDP aus dem Bundestag kegeln möchte, sollte folgendes bedenken:
Bei 61.800.000 Wahlberechtigten und einer Wahlbeteiligung von 70% geben 43.260.000 Wähler ihre Stimme ab. Die FDP benötigt davon 2.163.000 Stimmen. Wer jetzt als 43.260.001. seine Stimme abgibt, steigert die Wahlbeteiligung auf 70,0000016181 Prozent und drückt die FDP auf genau 4,99999984 Prozent. Hab ich für jemand ausgerechnet.

Veggie-Day

Dienstag, 6. August 2013

„Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!“, titelt die „Bild“-Zeitung und nicht mal beim Vorbeihuschen am Zeitungskiosk kommt man ernsthaft auf die Idee, nachlesen zu wollen, ob da was dran ist. Ganz anders der Hort der seriösen Nachricht, die qualitätsmedialen Tageszeitungen. Sie lesen es nicht nur nach, sie wiederholen es. Stefan Niggemeier dröselt auf, wie die Redaktionen deutschlandweit ohne Not das Lügenblatt zum Leitmedium machen und kommt zum deprimierenden Schluss:

Für die »Nachrichten«-Agentur dpa ist eine Meldung, was die »Bild«-Zeitung zur Meldung macht. Die Redaktionen des Landes haben die Entscheidung über das, was eine Neuigkeit darstellt und was einen Nachrichtenwert hat, weitgehend an die »Bild«-Redaktion outgesourct. Sie trotten treuherzig hinterher und versuchen bestenfalls die Wellen zu reiten, die »Bild« produziert. Im Ergebnis bestimmt das Blatt nicht nur, worüber »ganz Deutschland« diskutiert, sondern auch auf welchem Niveau.

Dabei müssten die Zeitungen nur mal ein bisschen in diesem Internet recherchieren, um herauszufinden, dass es solche Veggie-Days in bundesdeutschen Kantinen bereits gibt. Oder vielleicht lesen, was sie selbst schrieben. Die Südwestpresse Ulm etwa, die ihre Leser über die „Bild“-Lüge auf tendenziöse Weise abstimmen lässt [rechts], müsste nur mal ihr Partnerblatt in Tübingen aufschlagen, um in Erfahrung zu bringen, was die Kantinenesser selbst zu diesem Thema sagen. Denn an der dortigen Uni läuft bereits seit eineinhalb Jahren ein Veggie-Day-Versuch. Und das „Schwäbische Tagblatt“ schrieb über eine Umfrage zum Thema:

Eine klare Mehrheit von 60 Prozent sprach sich dabei für eine Fortführung des Veggie-Day an der Mensa Prinz Karl aus. Komplett gegen die Beibehaltung des Veggie-Day war nur eine Minderheit von 15 Prozent. Für eine Einführung des fleischfreien Donnerstags an der Mensa Morgenstelle ( der Mensa Wilhelmstraße) sprach sich mit 48,5 (56,5) Prozent ebenfalls ein Großteil der Befragten aus (bei 26 (21) Prozent Nein-Stimmen).

Walter und ich

Montag, 10. Juni 2013

Walter Jens habe ich nur einmal besucht. Damals, Anfang der Nuller Jahre, als Reporter für den Südwestrundfunk in Tübingen sollte eine vom Meister selbst gelesene Seite einer neuen Buchveröffentlichung akustisch eingefangen werden. Statt eines Übertragungswagens schickte man mich. Die Terminfindung war schwierig, weil Jens dauernd unterwegs. Mit einem klobigen DAT-Recorder im Rucksack quälte ich mich den Berg hoch, wo Jens in schönster Hanglage weniger wohnte denn residierte. Die zauberhafte Inge Jens hieß mich herzlich willkommen, im Obergeschoss empfing mich Walter Jens. Nach einer sehr freundlichen Fragerunde (Was machen Sie so? Ah ja, sehr interessant) wurde von Jens der Aufnahmezeitpunkt bestimmt. Hektisch kramte ich den DAT-Recorder heraus, stöpselte ihn zusammen und pegelte die Aufnahme aus. Walter Jens begann nach meinem OK zu lesen, doch nach wenigen Sekunden dämmerte mir: Da ist was falsch, der Recorder recordete nicht, Jens las weiter (fehlerlos natürlich), ich schwitzte und unterbrach ihn ungerne nach 30 Sekunden mit devotem Geräusper und einem:
„Ehm, Herr Jens, ich glaube wir haben ein Problem.“
Jens: „Das schätze ich gar nicht, Herr Brenner.“
Ich: „Wir müssen noch einmal anfangen, denke ich.“
Die Stimmung im Raum verschlechterte sich rapide. Mein folgendes:
„So, jetzt können wir!“ konterte er mit einem scharfen:

„Sind Sie sich sicher, Herr Brenner?“

und dem stechenden Blick eines Mannes, der keine 30 Sekunden seines Lebens zu verschwenden hatte.
Ich war mir sicher. Die Aufnahme klappte. Jens las (natürlich fehlerfrei) seinen Text runter und komplimentierte mich nicht unfreundlich aber doch sehr bestimmt aus seinen Hallen hinaus. Die Fahrradfahrt den Berg hinab trocknete meinen üppig fließenden Schweiß.

Den Tonfetzen „Sind Sie sich sicher, Herr Brenner?“ installierte ich daraufhin bei meinem PC als Start-up-Sound, so dass die Stimme von Walter Jens fortan beim Hochfahren des Geräts nicht nur mein Tun, sondern fast das halbe Leben hinterfragte.
Es hat mir, glaube ich, nicht geschadet.

Verhältnisse (23)

Dienstag, 16. April 2013

Hilfe, Hunger! Abnehmen - aber richtig

In einer alten Fernsehzeitung gefunden.
Könnte aber auch eine neue sein.

Kid-Cuts (51) – Botschaften, mysteriöse

Dienstag, 9. April 2013

Man hat das ja lange und hart studiert: Sinn und Bedeutung aus noch so aberwitzigen Kombinationen von Wörtern zu konstruieren. Etwas reinzulesen, was da vielleicht gar nicht steht. Solange die Kinder nur gesprochen haben, war das anfangs anfangs immer noch recht drollig. Später kam der Fremdeinfluss , etwa hier nachzulesen, dazu. Schön und gut, da wurde es dann etwas zotiger. Jetzt aber, mit der wachsenden Fähigkeit zur Verschriftlichung finden merkwürdige Dinge statt. Bedeutungen verschieben und gabeln sich, Wort-Paare geben Rätsel auf: Was will uns das Kind sagen? Und vor allem: Was hat es mit dieser – ja nicht völlig unpassenden – Wahl des Materials, auf dem geschrieben wird, auf sich? Oh Schleiermacher hilf! Oder vielleicht auch Freud. Egal. Irgendjemand.

Kid-Cuts (50) – Papa-Tag

Dienstag, 2. April 2013

Der Plan: Kuscheltier Nr. 1 (Hund „Huhu“, 5 Jahre) soll zu Ostern ein RENAUTO kriegen. Natürlich ist alles streng geheim. Zuerst wird ein Plan gemacht. Draufsicht, Huhu liegend.

Dann wird Huhu vermessen. Biometrische Daten sind das A und O bei der RENAUTO-Konzeption. Das Tier muss schließlich reinpassen.

Die nächsten Schritte wurden sträflicherweise nicht dokumentiert. Wichtige Rollen spielen dabei 1 Stückliste mit Farbangaben (Chassis=grün, Seitenteile=blau, Sitz=rot, Flügel=weiß, Räder=schwarz), 1 Werkstatt mit Ofen, den man erstmal mit Holz füllen und anzünden muss, viele laute Maschinen, die aus Holzresten die passenden Einzelteile machen, 1 Schleifmaschine, die von Tochter bedient wird und aus spreißeligem Holz zuerst (60er Papier) glattes und dann (240er Papier) sauglattes machen, mehrere Farbtöpfe und Pinsel, 1 Schrauber und mehrere Schrauben sowie 1 Papa mit viiel Zeit. Noch am Ostersamstag wird gewerkelt und endlich beginnt die Montage.

Zum Schluss noch die Räder dran, schon wird Huhu mit verbundenen Augen in sein neues Gefährt gesetzt. Er ahnt noch nichts.

Dann wird die Augenbinde entfernt und Huhu ist zum ersten Mal in seinem Leben sprachlos.

Schließlich wird Huhu – was man von ihm wahrlich nicht gewöhnt ist – auch noch generös: Schäfle darf mitfahren!