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Albtrauflauf

Dienstag, 3. August 2010

Pünktlich zum Ferienbeginn in Baden-Württemberg und am Rande des großen Sommerlochs juckt es mich jedes Jahr in den Fingern, den armen Menschen in der Hauptstadt und anderswo vorzuschwärmen, wie es ist, da zu wohnen, wo andere Urlaub machen – am Albtrauf nämlich. Anscheinend bin ich da nicht der einzige.

Folgt man Helmut Bachschusters Urlaubstipp, den Ausflug auf die Schwäbische Alb im Echaztal zu beginnen, hat man unweigerlich das Schloss Lichtenstein vor Augen, vielleicht auch als Ziel. Kein schlechtes übrigens:

Schloss Lichtenstein, Quelle: Wikipedia
Schloss Lichtenstein, Quelle: Wikipedia

Neben diesem Schloss, das lustigerweise nicht Namensgeber des gleichnamigen Romans von Wilhelm Hauff ist, sondern umgekehrt erst nach diesem errichtet wurde, befindet sich ein hübsch in den Wald gebauter Klettergarten. Der war das Ziel unseres letztsonntäglichen Ausflugs (und auch ein guter Besuchstipp), aber hier soll er nur als Startpunkt dienen.

Erst diesen Sommer hatten wir nämlich entdeckt, das man Ausflüge auf die Schwäbische Alb geschickt mit sportlichen Aktivitäten verbinden konnte: Am Ende des Tages fährt ein Teil der Familie mit dem Busle nach Hause, der andere Teil darf laufen.

An diesem Sonntag war ich dran, und ein Blick auf die Wanderkarte zeigte, dass es schlau sein könnte, wenigstens ein Stück weit Richtung Mössingen mitzufahren. Ein zweiter Blick versprach indes Wanderwege, die ich noch nicht kannte, sowie schöne Albtraufausblicke.

Der Kompromiss bestand darin, ab Lichtenstein das mobile Kommunikationsgerät in die schwitzenden Hände zu nehmen und bei Schlappmachung unterwegs nötigenfalls die Restfamilie um gnädige Abholung zu bitten. Der schöne Nebeneffekt: Dank schweißnasser Notkamera kann ich endlich mein an anderer Stelle gegebenes Versprechen einlösen, euch mal zum Laufen mitzunehmen. Voilà: Mein Albtrauflauf.

Schafherde beim Lichtenstein
Schafherde beim Lichtenstein

Steinbruch Kalkofen: Geologische Einblicke in die Schwäbische Alb
Der Steinbruch Kalkofen bietet geologische Einblicke in die Schwäbische Alb.

Albhochfläche bei Genkingen
Albhochfläche vor Genkingen

Rinder am Rinderberg
Bergrinder am Rinderberg

Auf dem Rinderberg. Das rote Dreieck markiert den Hauptwanderweg am Albtrauf.
Auf dem Rinderberg. Das rote Dreieck markiert den Hauptwanderweg am Albtrauf.

Der Rossberg. Von dieser Seite aus ist der Rossbergturm nicht zu sehen.
Der Rossberg. Von dieser Seite aus ist der Rossbergturm nicht zu sehen.

Blumenwiese beim Rossberg
Blumenwiese beim Rossberg

Rossbergturm vom Schönberger Kapf aus
Rossbergturm vom Schönberger Kapf aus

Blick vom Albtrauf aufs Öschinger Freibad
Blick vom Albtrauf aufs Öschinger Freibad

Blick zurück zum Rossberg
Blick zurück zum Rossberg

Die ersten Häuser von Öschingen, dahinter der Firstberg
Die ersten Häuser von Öschingen, dahinter die Hochfläche des Firstbergs, am Horizont der Nordschwarzwald.

Blick vom Firstberg auf Farrenberg und Dreifürstenstein
Blick vom Firstberg auf Farrenberg und Dreifürstenstein. Noch 20 Minuten nach Hause.

Wer’s nachmachen will: Dieser Albtrauflauf ist etwa 20 Kilometer lang und dauert je nach Kondition vier bis fünf Stunden, mit Joggingschuhen um die zwei Stunden. Außer dem kurzen Weg mitten durch Genkingen bewegt man sich stets in schönster Alblandschaft mit spektakulären Blicken ins Tal. Ein Abstecher zum Rossbergturm empfiehlt sich immer; ich hatte ihn aus Gründen ausgelassen.