Dialog

Eines Donnerstags platzt mir der Kragen und ich schreibe an unseren Zugangs-Provider:

Donnerstag, 14.9.
Sehr geehrte Damen und Herren,
[Darstellung des Problems mit drei konkreten Fragen]
Für Ihre Antworten bedanke ich mich schon jetzt und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Schon einen Tag später kommt die Antwort:

Freitag, 15.9.
vielen Dank für Ihre E-Mail-Anfrage, die wir gern beantworten.
[kurze Verständnisfrage zu einem speziellen Punkt]
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.
Mit freundlichen Grüssen
Christian Maier*

Ok, gerne.

Freitag, 15.9.
Sehr geehrter Herr Maier,
vielen Dank für Ihre Antwort.
[Nähere Beschreibung des Problems und dokumentierender Screenshot]

Ein weiterer Tag später:

Samstag, 16.9.
vielen Dank für Ihre Rückantwort.
[unverschämte und inkompetente Antwort]
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.
Mary-Ann Müller*

Na dann.

Montag, 18.9.
Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Maier,
schönen Dank, das Wochenende war angenehm – hoffentlich auch Ihres.
[Wiederholung der drei Ausgangsfragen]

Ruckzuck: Die Antwort!

Montag, 18.9.
[Zugeständnis, dass ich wohl doch recht hatte. Verschiebung des Problems auf die Telekom.]
[lange und breite Erläuterung eines noch genialeren Tarifs]
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende. [!]
Mit freundlichen Grüssen
Guenter Schulz*

Hm.

Montag, 18.9.
Sehr geehrter Herr Schulz, sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Maier,
[Weitere Präzisierung des Problems und weitere Nachfragen.]
Für Ihre Informationen schon jetzt herzlichen Dank.

Wieder ein Tag später:

Dienstag, 10.9.
vielen Dank für Ihre E-Mail.
[genaue Erläuterung, wie der neue Tarif bestellt werden kann, keine Antwort auf die Fragen]
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
Mit freundlichen Grüssen
Mario Hinz*

Sich nähernde Verzweiflung.

Dienstag, 19.9.
Sehr geehrter Herr Hinz, sehr geehrter Herr Schulz, sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Maier,
vielen Dank für Ihre jeweiligen Antworten.
[nochmalige Erläutertung der Ausgangssituation, Erneuerung der Ausgangsfragen]
Für Ihre Mühe bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Noch am selben Tag spätabends die Antwort:

vielen Dank für Ihre Rückantwort.
[kompetente und logische Erklärung]
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
Jens Kunz*

Es zahlt sich eben aus, „Premium“-Kunde zu sein.

Sehr geehrter Herr Kunz*,
schönen Dank für Ihre Antwort. Das ist es, was ich wissen wollte.
Auch Ihnen eine gute Woche und schöne Grüße an Herrn Hinz*, Herrn Schulz*, Frau Müller* und Herrn Maier*!

* Name geändert

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4 Gedanken zu „Dialog

  1. Ich bin schwer beeindruckt von deinem Langmut. Denn nach der Telefonschleife ist die E-Mail-Schleife die schlimmste aller Schleifen.

  2. Normalerweise hätte ich auch nach Nr. 3 aufgegeben. Aber mir gefiel das Sammeln der Namen und frage mich, ob die sich dort eigentlich kennen und einander meine Grüße bestellen.

  3. Ich glaube eher, einer von denen hockt in Rüsselsheim, der andere in Benediktbeure, wieder einer in Schleitz und der nächste in Hooksiel. Die kennen sich nicht und wissen nicht, dass sie in der gleichen Organisation arbeiten. Die sind ahnungslos wie Grottenolme. Sie tappsen blind durch ihre Häuser, hacken wie eine Horde Affen auf Tastaturen ein und bekommen das Essen durch kleine Türen ins Zimmer geschoben. Es muss ganz schlimm sein da.

  4. Jaaaa, das ist eine wunderbare Vorstellung. So kann man mit diesem Phänomen besser umgehen. Outlook-Grottenolme. OLGOs.
    „Lieber Herr Müller, grüßen Sie mir den OLGO Schulze (Rüsselsheim).“ Das gefällt mir.

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