Hessliche Wahl

Wahlbeobachter kennt man aus Drittweltländern mit ersten Demokratieerfahrungen. Man hätte sie sich bei der einen oder anderen US-Präsidentenwahl gewünscht. Aber hier, bei uns, in Deutschland? Wo alles überkorrekt abläuft? Und alle Eventualitäten in dicken Wahlhelferhandbüchern abgedruckt sind? Ist doch bestimmt todlangweilig.

Der Blogger Scytale hat sich trotzdem „den Spaß gegönnt“, gemeinsam mit Freunden die Landtagswahl in Hessen zu beobachten. Insbesondere hatten es ihnen die Wahlcomputer der holländischen Firma Nedap (die in Holland gar nicht mehr zugelassen sind) angetan, deren Anlieferung sie in einem Fall „beobachten“ konnten:

Wir wollten früh da sein, um vielleicht sogar mitzubekommen, wie die Geräte angeliefert wurden. Allerdings waren alle Wahllokale geschlossen, und vor 7:30 Uhr tat sich quasi nichts. Die Kita, an der ich mich mit einem weiteren aus dem Team postierte, hatte den Computer offenbar schon am Tag davor angeliefert bekommen. Andere Teams hatten da mehr Glück: Zwei Leute aus unserer Delegation wurden vom Hausmeister und dem anliefernden städtischen Angestellten ohne Rückfrage für Wahlhelfer gehalten und durften einen Nedap ganz allein in Empfang nehmen und sich damit über eine Viertelstunde beschäftigen, bis der erste „echte“ Wahlhelfer eintraf. Die Betonung liegt auf durften, natürlich hat niemand irgendwelche Manipulationen durchgeführt.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse um die hessischen Wahlcomputer und warum es dringend geboten erscheint, diese Maschinen schleunigst zu verbieten, hat selbstredend der Chaos Computer Club. Weitere interessante Links finden sich außerdem z.B. bei Spreeblick.

2 Gedanken zu „Hessliche Wahl

  1. Pingback: Bananenrepublik Hessen: Wahlbeobachter manipulieren Wahl? (Update7,8,…? zähle nicht mehr) « Ralphs Piratenblog

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