Hummerlohn

Am Sonntag waren wieder landauf, landab Kommunionen und Konfirmationen. Wir waren bei der katholischen Variante zugegen und fasziniert von der Absurdität der Veranstaltung. Natürlich hat es für die Kirche einen gewissen Reiz, achtjährige Kinder zu fragen, ob sie an Gott glauben und sie dann im Chor antworten zu lassen. Worin der Sinn solchen Tuns liegt, erschließt sich selbst dem wohlwollenden neutralen Beobachter nicht.

Ein gewisser Unterhaltungswert ist allerdings nicht abzustreiten. Neben den Aufstellungsschwierigkeiten derjenigen weißgekleideten Knilche, die die Bodenplatten der Kirche falsch mitgezählt hatten und die daraus resultierenden Auffahrunfälle, fiel mir beim Wiedererwachen aus der Predigt ein Kleinod der Verhörerei in die Ohren: „Der Hummer hört da auf, wo wir anfangen zu teilen.“ Eine tiefe Weisheit, die ich nicht mehr hergeben mag.

6 Gedanken zu „Hummerlohn

  1. Gar zu schön. Gerade habe ich die zweite Auflage von Hackes „Weißem Neger Wumbaba“ gelesen. Und ich sage dir: Jeden Abend muss das Kind jetzt etwas von einem weißen Neger Wumbaba hören, wenn wir „Der Mond ist aufgegagen“ als Schlaflied singen. Schöne Verhörer sind das. Auch das mit dem Kinderlehmann, der kommt, wenn die Kinder nicht aus schmutzigen Pfützen rausgehen. Dabei war es doch die Kinderlähmung. Mein Gott, wir sind alle traumatisiert durch diese Verhörer. Der Hummer hingegen: Beinahe Zen!

  2. Bei mir liegt der Fall etwas anders. Ich verlese mich ständig. Gerade habe ich bei wogs Kommentar aus Versehen gelesen: „Meine Oma spielt. Es ist immer dasselbe mit den Kinomonos. Erst ja, dann nein. Aber das Frettchen hat zum Glück nicht nur gerülpst, sondern den Kopf über die Decke gezogen. Hui, war das ein Hochaus.“

  3. Stimmt. Handverlesen heißt, dass die Alte aus dem Wahrsager-Zelt ihre Lesebrille nicht aufhatte und die Zukunft falsch voraus gesagt hat. Statt „Sie lernen den richtigen Partner kennen“ meinte sie „Sie lernen den richtigen Gärtner“ kennen. Blöde Sache, wenn man das dann feststellt und im 5. Stock eines Plattenbaus wohnt.

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