Kameraden hergehört!

So beginnt der Aufruf zur für morgen geplanten Demonstration der Jungen Nationaldemokraten in Tübingen. Denn hier haben sie eine „Keimzelle für gewaltbereite Linksfaschisten in unserem schönen Baden-Württemberg“ mit einer „antideutschen Weltanschauung“ ausgemacht und fordern daher zur Demo gegen die „perversen Interessen“ von „verblendeten Linksfaschisten“ auf.

In gepflegtem Deutsch werden außerdem Einzelheiten zum Ablauf („Wir weisen darauf hin das es zu Vorabkontrollen der Polizei kommen kann!“) und den Auflagen („Der Durchmesser der Fahnen stangen darf nicht mehr wie 2 cm betragen. Bei Kanthölzern eine Maximale Kantenlänge von 2.0 x 2.0 cm. Eisenstangen sind verboten“) bekanntgegeben.

Dass dieser perfekt organisierte Widerstand gegen den Linksfaschismus bei den üblichen Berufsprotestierern auf Unverständnis stoßen würde, war ja abzusehen. Auch dass sich die eine oder andere Gewerkschaft widerspenstig zeigen könnte:

DGB

Aber dass nun auch ausgerechnet an diesem Tag deutsche Vereine, deutsche Schulen, deutsche Kirchen, deutsche Unternehmen, deutsche Parteien, deutsche Initiativen, deutsche Vertreter der Stadt und der Universität, deutsche Studentenverbindungen (!), deutsche Künstler, deutsche Verbände und viele, viele deutsche Bürger der Stadt ein Bürgerfest in der Stadt veranstalten, obwohl erst letztes Wochenende Stadtfest gewesen ist, und deshalb nur noch auf den 500 Metern Straße vor dem Bahnhof Platz zum Demonstrieren ist – das ist jetzt echt blöd.

Buergerfest Tuebingen

Kameraden hergehört!
Das wird peinlich. Spart euch die Fahrkarte und geht ins Freibad.

Nachtrag: Wie ich grade heimkomme, finde ich in der heutigen Tageszeitung folgenden ganzseitigen Plan der Aktivitäten:

Buergerfestplan

2 Gedanken zu „Kameraden hergehört!

  1. Besonders schön wäre es aber auch, die Demo der ‚Jungen Nationaldemokraten‘ zu boykottieren, also Aktion und gute Stimmung in der ganzen Stadt und nur die Polizei begutachtet die besagten 500m Demonstration. Doch leider wird die Zahl der Schaulustigen (wie sehen die ‚Jungen Nationaldemokraten‘ denn nun aus?) doch recht hoch sein.

  2. Kameraden, nochmal hergehört!
    Hier gilt: Mein Blog – meine Regeln. Daher müsst ihr leider draußen bleiben – vor allem dann, wenn ihr nicht existierende Namen und Adressen angebt.

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