Kino in der Liste (13)

Und jetzt bitte schoen stillhalten, damit ich Ihnen ein kleines Loch in den Kopf machen kann!No country for old men
(USA / 2007)

  • Plot in a nutshell: Böser Mensch namens Anton Chigurh vermisst einen Koffer Geld und eine Pickup-Ladung voll Drogen. Dass zumindest die Kohle ein ahnungsloser Cowboy eingesackt hat, bringt ihn nicht unbedingt besser drauf. Ergebnis ist eine sehr breite Blutspur quer durch Texas und Mexiko.
  • Jetzt wird es wieder heißen: Hach, diese Coens, wie die nur immer so wüstensandtrockene Geschichten und knispelknaspelknackige Dialoge zurechtfeilen – ein Fest! Halt, sagt da der Dia-Blog!
  • Denn richtig ist zwar: Die Bilder sind grandios, die Schauspieler furios (Javier Bardem als Chigurh ist wohl the meanest motherfucker alive), die Ballereien blutspritzios.
  • Nicht genug ehren kann man aber den Autoren des zugrunde liegenden Romans Cormac McCarthy. Der hat hier eine Parabel über Gut und Böse und die gnadenlose Verrohung und Vor-Die-Hunde-Gehung der Welt geschrieben.
  • Joel und Bruderherz Ethan mussten da nur noch die richtigen Schauspieler finden (Tommy Lee Jones!), ihnen die äußerst coenesken McCarthy-Dialoge in den Mund legen und die Kamera draufhalten.
  • Mehr gibt es nicht zu sagen.
  • Fazit: Alles Lob ist verdient, die Oscars auch, McCarthy ist Gott, der Film eine Wucht. So gut waren die Coens noch nie. Wer ein OmU-Filmtheater in der Nähe hat (und sei es ein Tagesritt entfernt) sattle das Pferd. Denn der ausdruckslos-grollende und furchteinflößende Ton von Chigurh ist in der Synchronisation nicht existent. Leider.

Wertung (von 1 bis 10):
Anspruch: 4
Artsyfartsy-Faktor: -5
Verklemmtes Lachen: 6
Staunen: 6
Schluchzen: 1
Spannung: 8
Cormac McCarthy-Huldigung: 10

Gesamt: 9,9

6 Gedanken zu „Kino in der Liste (13)

  1. Wie gut, dass wir jetzt die amtliche Bestätigung der Oscar-Verleihung haben. Ohne wog-Absegnung glaube ich denen nämlich gar nichts.
    Sehr hübsch auch der AFF von minus 5!

  2. So, woggy, jetzt mal Butter bei die Fische: Wie schaffst Du diese häufigen Kinobesuche? Ich meine nicht finanziell oder zeitlich, sondern: Wie erträgst du die anderen Kinobesucher? Oder empfindest Du es aus irgendwelchen Gründen nicht als störend, wenn um Dich herum Popcorn gespachtelt, gegen den Sitz getreten, telefoniert und erörtert wird? Oder hast Du einfach Glück? Ich jedenfalls halte es seit Jahren einfach nicht mehr im Kino aus. Was nicht nur mit der Qualität der Filme zu tun hat, sondern mit den Besuchern. Also: WAS IST DEIN GEHEIMNIS???

  3. juffy, du dummy. Es ist doch so einfach: Pressevorführungen sind die Lösung! Da sind zwar auch kauzige andere Menschen. Die nennen sich Journalisten. Aber da herrscht eherne Stille und es gibt kein Popcorn! Und manchmal bleibt sogar einer bis zum Ende des Abspanns sitzen.

  4. War übrigens gestern nochmal drin. Respekt verdoppelt sich. Und erst jetzt fällt auf: Film kommt praktisch ganz ohne Musik aus.

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