Kino in der Liste (30)

Blogwichteln

Dieser Beitrag wurde uns zugewichtelt. Vielen Dank!

Monty Python 1Das Leben des Brian (Monty Python’s Life of Brian, GB 1979)

  • Plot in a nutshell: Jesus lebt, da es den Falschen (=Brian) am Holzkreuz auf Golgatha erwischt.
  • Auch im 30sten Jahr nach seiner Uraufführung hat jenes halbdokumentarische Meisterwerk der Monty Python Truppe nichts an seiner religiösen und gesellschaftlichen Kernaussage verloren und gehört daher anlässlich des sich am 24. Dezember zum 2.009sten mal jährenden Geburtstag von Brian in diesem Blog kritisch betrachtet.
  • Schon bei der Geburt Brians und der beinahen Verwechslung mit dem gleichzeitig nebenan geborenen Messias wird dem Zuschauer klar, dass die traditionell christliche Religion auf Sand gebaut sein muss.
  • Reichte vor rund 2.000 Jahren noch eine einzelne Sandale, um die Menschen sektirerisch an einen bestimmten Glauben zu binden, so sind dafür heute güldene und diamantbesetzte Kruzifixe erforderlich, die in pompösen Kirchenbauten verwahrt werden und dies alles u.a. in Deutschland durch die gesetzlich verankerte Kirchensteuer finanziert wird. Würden die Menschen also wie damals noch an so einen alten Latschen glauben, wäre uns allen zwei Jahrtausende lang der gesamte Kirchenprunk sowie Abgaben und Steuern ohne Ende erspart geblieben.
  • Die Welt wäre ohne grosse Religionen also besser, so frei nach Monty Pythons Aussage. Aber auch anderes Verbesserungspotential im gegenseitigen Umgang miteinander wird durch den Regisseur Terry Jones zuweil sehr plakativ aufgezeigt. Schon vor 30 Jahren prangert der Film das immer noch gültige weltweite Verbot an, dass Frauen nicht zu Steinigungen gehen dürfen. Wobei hier Hinrichtungen als solche eher als Gleichnis zu verstehen sind, da diese heutzutage in unseren Breiten eher selten zelebriert werden. So sind denn ein Säckchen Kiesel, kleine oder grosse Steine in unseren modernen Zeiten im übertragenen Sinne als Fernbedienung, Imstehenpinkeln oder Managementposten zu deuten.
  • Weitere Seitenhiebe gegen Politik und deren Verstrickung in den internationalen Terrorismus (respektive dessen Förderung zwecks Durchsetzung nationaler Machtinteressen) verstecken die Macher von das Leben des Brian mehr oder weniger offensichtlich in dem Treiben der konkurrierenden religiösen Widerstandstruppen Volksfront von Judäa und Judäische Volksfront. Als derer beiden Plan, die Frau des Statthalters zu entführen, misslingt, wird Brian als unschuldiger Sympathisant einer Terrorvereinigung der Tat beschuldigt und verfolgt. So wie es heute z.B. Osama bin Laden vielen Insassen auf Guantanamo ergeht.
  • Als letztes filmisches Moment sei erwähnt, dass Brian als tragischer für Individualität kämpfender Held in der Gesellschaft auf verlorenem Posten steht und machtlos gegen die Idiotie der Massen ist. Blinder Glaube, fanatische Meinungsgruppierungen oder die Sinnlosigkeit von Hinrichtungen werden auf das Bitterste parodiert und lassen den Zuschauer in seiner Ohnmacht gegen die eigene Sinnlosigkeit dieser Welt zwar nicht ankommen. Aber zumindest darüber lachen.
  • Fazit: Als Blogwichtel für den Dia-Blog habe ich diesen Film mindestens 25 mal gesehen. Er ist die Bibel der Heiden, Freidenker und Individuen – für sie ein immer wieder anzusehendes Muss.

Ach ja, bevor ich es vergesse … – er hat Jehova gesagt!

Monty Python 2

14 Gedanken zu „Kino in der Liste (30)

  1. Schönen Dank. lieber Wichtel, für diesen überaus (Weihnachten!) passenden Beitrag, der sich perfekt in unseren „Kino in der Liste“-Reigen einschmiegt. Nicht nur hast du formvollendet das Prinzip unseres Moviewächters wog fortgeführt, du hast es sogar geschafft, die uli-Grafik fast nahezu perfekt simuliert. Das war eine Arbeit, die wir zu schätzen wissen.

  2. Nix zu danken – war ja als seit längerem hier Mitlesender (aber Nie-Kommentierer) dieses Blogs leicht, eine Idee zu haben ;-)

    P.S. Die Mailaddi ist real, lässt aber null Rückschlüsse auf mein Blog zu. Die nutze ich sonst nur, um bei doofen Blogs zu trollen ;-)

  3. Damit ist deine Anonymität geplatzt, denn wir fotografieren alle, die hier kommentieren: Du bist klein, hast eine Zipfelmütze auf und eine Knollennase im Gesicht. Stimmt’s?

  4. sh*t – ertappt! aber bitte kein Foto hier im Blog zeigen, denn die bunten Klamotten, die ich trage, sehen echt ganz schön bescheuert aus…

  5. Und? Von wem wurde hier gewichtelt? Wer war’s? Sie … äh, er war’s…?

  6. :-)

    Klaro! Dafür gibt es ein Tütchen Otternasen gratis ;-)

  7. Und jetzt noch ein echter Tipp: Sachsen? Geschichte? Und bei der Antwort bitte bei der Wahrheit bleiben.

  8. Ok, daneben. Wundert mich nur, dass nicht der „Groundhog Day“ – ein Film, den ich sehr schätze – dein Filmtipp wurde. Aber das wäre dann wohl zu einfach gewesen.

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