Kino in der Liste (9)

Das Vermächtnis des geheimen Buches (USA / 2008)

  • Plot in a nutshell: Historiker Benjamin Gates sieht sich in seiner Familienehre beschmutzt (Ur-Urgroßvater soll zur Bande der Abe Lincoln-Meuchler gehört haben) und sucht nach einem dubiosen Gegenbeweis auf den ein verstümmeltes Notizbuch hinweist. Irgendwie kommt da ein omnipotentes Geheimbuch rein, das US-Präsidenten sich übergeben sollen. Und noch irgendwieiger ist damit die Jagd nach irgendeiner sagenumwobenen Goldenen Stadt verbandelt, die natürlich aus Gold sein soll. Angeblich.
  • Jon Turteltaubs Sequel zu „Das Vermächtnis der Tempelritter“ vor drei Jahren macht mächtig auf Jason Bourne, sprich: Hetzjagd durch die halbe Welt.
  • Broduzent Bumm-Bumm-Bruckheimer legte besonderen Wert auf einen musikalischen Flokati: Dabei tost der Soundtrack so daueraufgeregt und künstlich, dass einem jede Computerspielmusik dagegen äußerst Bach-fugig vorkommt.
  • Einzig Helen Mirren als schnepfige Wissenschaftlerin kommt da noch gut weg.
  • Ansonsten besticht der Film in seiner inneren Logik durch eine gewisse Scheißegal-Haltung gegenüber dem Restverstand der Multiplexkinokundschaft.
  • Das wird letzteren natürlich schnuppe sein, sie werden sich kugeln vor Entzücken über diese filmische Nullnummer und Popcorn futtern, bis die Milz platzt.
  • Denn schließlich es ja nur – und das entschuldigt angeblich alles – „Popcorn-Kino“
  • Fazit: Ein Indiana-Jones für Arme zappelt sich durch ein wirres Konvolut von Verschwörungstheorien.

Wertung (von 1 bis 10):
Anspruch: 0
Artsyfartsy-Faktor: 0
Lachen: 3
Staunen: 0
Schluchzen: 0
Spannung: 2
Goldene-Stadt-Ausstattung: -5

Gesamt: 1

7 Gedanken zu „Kino in der Liste (9)

  1. Nichts gegen Verschwörungstheorien. Wenn in dem Film endlich mal geklärt wird, wer JFK, MLK und Roland (sorry, freudscher Vertipper) Karl Koch umgebracht hat, geh ich rein. Milz hin oder her.

  2. Habe festgestellt, dass Popcorn-Kino einem sogar das Popcorn vergält. Bevorzuge für Filme dieser Art den Begriff „Kotze-Kino“

  3. Hmmm. Kotze-Kino. Klingt nicht so schlecht. Und ich sage dir: Dieser Film ist wie gemacht, um diesen Begriff mal so richtig breit zu streuen. Kotze-Kino. Gefällt mir immer besser. Kotze-Kino. Geil!

  4. „Kotze-Kino“ und „so richtig breit streuen“ – diese Assoziation kann nur der Vater eines Kleinkindes haben. Grüße an die Tochter!

  5. Der erste Film war ja schon so erschreckend schlecht (ich war nicht mehr ganz so jung und hatte ein Premiereabo…), daß ich ihn nicht fertiggucken konnte…einzig und allein die Frage, ob sich Cages Toupet genauso hartnäckig hält wie sein backpfeifiger Gesichtsausdruck hätte mich noch auf dem Sofa gehalten.

  6. Liebe Anke,
    weil du Morten Ramsland vergötterst (zurecht! zurecht!) und soviel Courage aufgebracht hast, den ersten (nicht ganz so schlechten) Teil abzubrechen, verrate ich es dir: Das Toupet hält. Die haben dafür ja so einen Spezialzement, mit dem könntest du einen Elefanten an den Eiffelturm kleben. Oder auch andersum. Was ich lustiger fände.

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