Logik

Die zeitweise Sperrung einer Ölpipeline von Russland nach Deutschland zeigt erneut, dass unsere Wirtschaft abhängig von
Rohstoff-Importen ist. Da auch andere Ölexportländer in politisch unsicheren Regionen angesiedelt sind und zu erwarten ist, dass sich dieses Problem in den nächsten Jahren verschärfen wird, hat die Bundeskanzlerin heute weitreichende Maßnahmen angekündigt.

Ein Ausstieg aus dem Atomausstieg, so die Diplomphysikerin, stehe allerdings nicht zur Debatte. „Selbst wenn wir das Problem der Endlagerung radioaktiver Abfälle gelöst hätten“, so Merkel, „und auch all die anderen offenen Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung der Kernenergie geklärt wären, so würden wir doch nur die eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzen.“ Schließlich seien die Hauptförderländer von Uran entweder – wie Kanada, Australien, Russland oder die USA – selbst Industrieländer mit hohem Energieverbrauch, oder – wie Niger, Namibia, Kasachstan oder Usbekistan – nicht unbedingt als politisch stabil einzuschätzen. Zudem dürften die förderbaren Uran-Reserven in 25 bis 50 Jahren erschöpft sein, der Uranpreis sei in den letzten sechs Jahren bereits um das Fünffache gestiegen. „Warum“, so die Kanzlerin, „sollten wir auf eine derart unsichere Energiequelle setzen?“

Unter ihrer Führung hat die große Koalition nun eine neue Strategie entwickelt: Deutschland werde in Zukunft voll auf erneuerbare Energien setzen. Der neue Energieminister Hermann Scheer erläutert das Konzept mit dem Titel „Energieautonomie“: „Unsere Zielvorstellung ist die technologische Weltmarktführung bei den erneuerbaren Energien. Dazu gehört eine Bildungsoffensive in Schulen und Universitäten, die vollständige Einbindung der Wirtschaft in unsere Kozepte sowie der ständige Austausch mit anderen Nationen, die dieselben Ziele verfolgen. Schon in zwanzig Jahren werden wir vom alten Energiemix Abschied genommen haben und …“

Brrrrrrrrring! Der Wecker klingelt. Ich setze mich im Bett auf und gähne. Äh, was habe ich da gerade geträumt?

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