Man fazt es nicht

Die Online-FAZ fragte sich gestern „Wie viel Weisheit steckt im Web 2.0?„. Die Angst davor, auf eine Antwort zu stoßen, die dem Medium Zeitung nicht schmecken könnte, spricht aus jeder Zwischenüberschrift:

  • Blogger sind nicht die neuen Journalisten
  • „Klowände des Internets“
  • Die Blogosphäre spricht nicht deutsch
  • Nie angestrebtes Ziel erreichen
  • Vorläufer: Diskussionskultur im Usenet
  • Erfindung der Netiquette

Vielleicht hat die Angst ihre Berechtigung. Als die FAZ bei der Suche nach einem Wegweiser durch die „Geröllhalde von Weblogs“ auf die Blog-Suchmaschine Technorati stößt, wird ein Screenshot fällig:

FAZnet

Dumm, dass der Bildredakteur noch in der Version 0.5 läuft. Wir korrigieren mal kurz:

FAZnet korrigiert

[ausgegraben von Felix]

Update: Mittlerweile korrigiert.

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5 Gedanken zu „Man fazt es nicht

  1. Aber ein bisschen Recht haben die da ja schon. Man kann ja nicht nur von den gut gemachten und hilfreichen/amüsanten/interessanten Blogs ausgehen. Es wachsen ja tatsächlich auch Millionen von Nonsens-Blogs aus der Erde, die den Überblick erschweren und die Webserver der Bloganbieter belasten.

    Und dass ein Berufsstand etwas auf sich hält, ist ja vielleicht auch zu verstehen ;) Mindestens zwei Jahre Ausbildung oder Studium müssen ja im Redakteur auch den Anschein erwecken, er habe da irgendwas gelernt, was andere nicht können ;)

    Und die „Klowände des Internets“ sind ja von Herrn von Matt. Und der hat immerhin die „Du bist Deutschland“ Kampagne gemacht. Seine Meinung ist daher ohne große Überlegungen zu vernachlässigen ;)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Franzzi

  2. Der Witz ist ja, dass niemand bestreitet, dass es gute und schlechte Blogs gibt (wie auch gute und schlechte Zeitungen). Es wird ja auch niemand gezwungen, irgendein Blog zu lesen. Oder eine Zeitung. Interessant ist daher die Verteidigungshaltung mancher Printmedien. Wenn sie dabei auch noch über ihre eigenen Qualitätskriterien stolpern, dann wird’s lustig genug, um darüber zu bloggen. ;-)
    Schönes Wochenende: Danke ebenfalls! Wir hatten’s schon und jetzt gehen wir zum Handball …

  3. Eventuell versteckt sich hinter dieser Abwehrhaltung neben Arroganz („Wie soll ein Dahergelaufener sooo gut schreiben, wie ich?“) auch einfach Angst, dass man noch überflüssiger wird, als das häufig sowieso schon der Fall ist (auch die Printmedien kommen schließlich mit immer weniger -festem- Personal aus).

    Ich denke manchmal auch, dass es eigenartig ist, wie sicher die Journalisten sich fühlen, wenn sie Blogs als puren Diletantismus deklarieren. In meinen Journalistik-Seminaren (jaja, ich werde auch mal einer von den Arroganten mit der konsequenten Abwehrhaltung ;)) fühle ich mich in meiner Bloggerseele immer angegriffen. Obwohl ich als auszubildender Journalist ja eigentlich zur guten Seite (Journalisten) halten müsste…

    Sobald sich der Hype um die Bloggerei ein bisschen gelegt hat und es zum Alltag wird, dann wird auch die Zeit kommen, in der man sich gegenseitig achtet und richtig einschätzt. Und die FAZ braucht ja bei allen Innovationen (Farbe und Fotos auf dem Titel?!?!) ein wenig länger ;)

    Liebe Grüße

  4. Da spricht schon der Titel eine andere Sprache. Während die FAZ überheblich fragt “Wie viel Weisheit steckt im Web 2.0?“, erklärt das NDR, „Wie das Web 2.0 den Journalismus verändert“. Man darf auf letzteres wirklich gespannt sein.

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