Mein Kindle und ich (2)

Da sind die Amerikaner dann doch deutscher als wir: Wenn die sagen, dass der UPS-Bote am 21. ein Päckchen abliefern wird, dann tut er das auch. Zwar bei Lehmanns im 3. Stock – weil ich mit den Kindern im Wald war – aber doch. Lehmanns waren dann auch für mich da. Mit pochendem Herzen nehme ich ein Päckchen entgegen, das ungefähr so groß ist, wie Roberto Bolanos „2666“, nur ungefähr zehn mal leichter.

Dass ich gleich ein drittes Kind(le) haben werde, merke ich schon an der Verpackung: „Certified Frustration Free Packaging“ steht drauf, der Barcode ist hügelig mit einem Baum drauf und einem Lesenden drunter, an der Aufreißleine steht „Once upon a time…“. Aaaaahhh! Alles so knuffig, alles so putzig. Alles so: Wir nehmen dir dein geliebtes Buch weg, geben dir aber etwas noch VIIIEEEEL persönlicheres.

Das fängt damit an, dass mir nach dem Start gleich eine Datei draufgespuckt wird, die „Welcome Wolfgang“ heißt und in der mich der Amazon-CEO Jeff Bezos persönlich als „early customer“ begrüßt. Ich bin hin und weg. Und wenn ich das Ding (es fällt mir schwer…) ausschalte, dann erscheinen Dichterköpfe, Bäume mit Vögeln, Zeug. Und das bleibt einfach, obwohl mein Kindle aus ist. Und drunter steht dann immer „Slide and release the power switch to wake.“ Schwer fällt es mir da, mein Kindle zu wecken. Das arme Ding. Ist ja schon weit gereist in den letzten Tagen. Nächstens mehr.

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