Ohrwurm

Schwoißfuaß - Laif (1980)

Schwoißfuaß – Laif (1980)

Diesmal weiß ich ganz sicher, woher meine aktuellen Ohrwürmer kommt, hatte ich doch beim samstäglichen Pfannkuchenbacken die erste Schwoißfuaß-Platte aufgelegt. 1979 habe ich die Band zum ersten Mal gesehen, im proppenvollen Mägerkinger „Rössle“ – damals noch mit Sulla Bratke am Schlagzeug und André Schnisa am Bass. Ein Jahr später kam die „Laif“-Scheibe heraus und verkaufte sich wie blöd, sowohl im katholischen Oberschwaben als auch in studentisch geprägten Alternativ-Kreisen. Und heute, 40 Jahre später fuhrwerkt wieder Alex Köberleins rollendes „R“ durch meine Ohrwindungen mit allen Songs, die damals schon durch die schwäbische Luft waberten. Von „Paule Popstar“ („Paule bass auf, sonschd isches zschbäd, du wirsch ganz langsam durch d‘ Scheiße drehd!“) über das Deutsche-Herbst-Lied „I fühl mi so verdächtig – so verdächtig ond alloi“ bis zum Demo-Song „Spreng, Karle, spreng!“ („Brubadschigiding, brubadschigidong, subagetschi, bagetschi, bagetschi, bagetschi, ding dong rabang dabang, yeah!“). Und natürlich André Schmusas „Fremde Zigaretten“.

Es gibt schlechtere Ohrwürmer. Danke, Schwoißfuaß!

6 Gedanken zu „Ohrwurm

  1. Hast du Anfang Achtziger schon zur Kenntnis genommen, was außerhalb deiner eigenen Region so die Local Heroes waren? Ich absolut nicht; von Schwoißfuaß hab ich jedenfalls nie was mitbekommen. Im Kreis Offebach (nur echt ohne zentrales n) hatten wir damals nur Ohren für die Rodgau Monotones :-)

  2. Leider habe ich meine Konzertbesuche erst seit 1988 akribisch mitgeschrieben, und da tauchen die Rodgau Monotones am 16.6. (Tübingen, Mensa Wilhelmstraße) auf. Da habe ich sie aber definitiv nicht zum ersten Mal gesehen, sondern – grad recherchiert – 1985 beim ersten „Rock am See“ in Konstanz. Aber die Monotones wie auch BAP waren ja schon überregional bekannt, Schwoißfuaß weniger. Wo ich grad meine Konzertliste durchschaue: 1988 war ich auf 67 Konzerten mit genau 100 Bands. Da stecken noch ein paar Geschichten drin.

  3. Hm, beneidenswert … ich habe meine Konzertbesuche keider nie akribisch mitgeschrieben und kann heute nicht mal mehr exakt rekonstruieren, wie oft ich bei Neil Young war :( Und dabei war ich längst nicht so emsig wie du; auf insgesamt 100 Bands komme ich in meinem ganzen Leben wahrscheinlich nur, wenn ich die Straßenmusikanten mitzähle :)

  4. Naja, damals war ich Teil der regionalen Rockszene, war Tontechniker für mehrere Bands, veranstaltete selbst ein kleines Open-air. Und außerdem eifriger Konzertbesucher. Ich habe bei Durchsicht der Termine Tage gefunden, da war ich auf zwei Konzerten in verschiedenen Orten („Sa, 13.5.1989: Züri West, Hölzle Albstadt, Sa, 13.5.1989: Noko Band, Festhalle Mägerkingen“). Dabei hatte ich am Abend davor Züri West schon in der Zelle in Reutlingen gesehen. War auch ne tolle Band. Sang auf Schwyzerdütsch. Womit wir wieder beim Dialektrock wären.

  5. Ach wie schön, hier gibt es wieder Neuigkeiten, eben entdeckt! /und das köberleinsche „rrrr“ hängt mir nun auch im Ohr, „oin’rrrrr bleibt emm’rrrrr ibrrrrig…“ etc. Übrigens habe ich neulich mal wieder Wolle Kriwanek geyoutjubt – auch ganz arg köschtlich, nach Jahrzehnten!

  6. Stimmt, der Wolle passt grad auch wunderbar: „Es schneielet, es beielet, es goht an kalder Wend, Mädla ziagat Hendschua o und Buaba laufet gschwend.“

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