PVA-TÜV (1)

Heute, am Dienstag nach der WM, mag eigentlich niemand mehr etwas über die WM hören. Selbst die Frage, was denn nun Materazzi zu Zidane gesagt haben könnte, löst nur noch müdes Gähnen aus. Dabei wird eines vergessen: Nach der WM ist vor der EM.

Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, gegen das Vergessen anzugehen und einen wichtigen Bestandteil der vergangenen WM unter die Lupe zu nehmen: Die Public Viewing Area (PVA). Was früher „in der Kneipe Fernsehgucken“ genannt wurde, erfüllte bei der zurückliegenden WM eine immens wichtige Aufgabe. Hier bündelten sich die Fanströme, hier wurde Stimmung gemacht, hier wurde Stimmung eingefangen und millionenfach potenziert. Hier fand die WM statt.

Und weil schon die nächste EM vor der Tür steht, tut ein kritischer Blick not. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die PVAs der WM in Deutschland intensiv zu prüfen, um unseren Freunden südlich des Bodensees wertvolle Tipps zu geben, die in zwei Jahren über Erfolg oder Misserfolg der EM entscheiden werden. Wichtig dabei vor allem der Blick aufs Kleine und aufs Große: Wie stellen sich die PVAs in der Hauptstadt dar, wie in der Provinz? Stellvertretend für die ganze WM haben wir das Endspiel beobachtet und akribisch aufgezeichnet. Dazu wurde auch fotografisches Beweismaterial erstellt.

Am Anfang steht ein Blick hinter die Kulissen der Provinz-PVA.

PVA Provinz 1 - Tribuene

Die Zuschauertribüne ist korrekt aus Stahlträgern (und nicht, wie so oft aus Bierkisten) aufgebaut, die Trittgitter stöckelschuhgeeignet. Es besteht eine seitliche Absicherung, ein Notabstieg (nicht im Bild) ist vorhanden. Gut. Die Sitzbänke sind geeignet, den Hosenboden aufzureißen. Schlecht. Dafür werden am Eingang kostenlos aufblasbare Sitzkissen (voll vergessen zu fotografieren) mit integrierter gelber und roter Karte verteilt (gut), die aber auch an den Sitzbänken aufgerissen werden können (schlecht). Ein VIP-Bereich ist nicht abgeteilt, so dass wir trotz erschlichener VIP-Karte mitten im Pöbel sitzen müssen (links: zwei vierzehnjährige Italienerinnen, die nichts, aber auch gar nichts von Fußball verstehen und von uns mühsam darauf hingewiesen werden müssen, dass das Abseitstor wegen Abseits kein Tor ist; rechts: Myriaden von Franzosen, die uns immer „Alleeeleblöööö“ ins Ohr schreien). Und leider wurden nicht alle nicht verbauten Teile verbaut (vorne rechts). Das verbautsaut die Bilanz – Note: eigentlich 2, jetzt 4.

3 Gedanken zu „PVA-TÜV (1)

  1. Das geht gar nicht! Holz- und Metall kombinieren! Wenn schon, dann Metall und Glas. Aber das ist von eurer funzigen Kleinstadt nicht zu erwarten. Hier in der Metropole ist das ganz anders. Wirst schon sehen!

  2. Pingback: Dia-Blog » Blog Archive » Geht’s noch?

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