Stadtschreiber-Bashing

Die Stadt Oldenburg hat sich einen Stadtschreiber geleistet. Keinen normalen, sondern einen virtuellen. Sechs Monate lang darf kann muss der Schriftsteller und Autor Tilman Rammstedt unter Blogbuch-Oldenburg mehrmals die Woche etwas über Oldenburg schreiben – aus der Ferne. Der Mann sitzt nämlich in Berlin – und Geld kriegt er auch noch dafür. Das riecht doch förmlich nach einem Skandal.

Als letzte Chance, noch etwas ins Sommerloch zu stopfen, erregt sich derzeit der NDR darüber, dass Rammstedt solche auf der Linie liegenden Bälle, wie etwa den Straßennamen „Drögen-Hasen-Weg“, ins Tor schubst. Schließlich hat man ja einen jungen Autoren mit Witz engagiert und keinen Historiker im Wachkoma. Der Vorwurf der Mittelverschwendung, mit dem jetzt das Stadtmarketing angegangen wird, zeigt aber, dass das sich gerne als „Übermorgenstadt“ bezeichnende Oldenburg eher wie von Vorvorgestern daherkommt. Statt den Autor für die Beitragsrecherche per Skype zuzuschalten, hätte der NDR deshalb vielleicht eine Brieftaube schicken sollen. Oder von mir aus auch Tontafeln.

PS: Den NDR-Beitrag kommentiert der Autor hier.

PPS (Nachtrag vom 9. September): Gemäß Journalistenhandbuch ist ein Aufreger nur ein solcher, wenn sich jemand über etwas aufregt. Weil das offensichtlich niemand tut, befeuert Christina Gerlach ihren persönlichen Nicht-Skandal mit einem neuen Beitrag im Nordwestradio.

PPS (Nachtrag vom 17. September): Und der gute NDR macht immer weiter – jetzt mit einem etwas hilflosen Versuch einen satirischen Beitrag über den Nicht-Aufreger zu verfassen. Allein: nur etwas schräge Musik hilft nicht weiter. Etwas sauertöpfisch wirkt das dennoch.

Ein Gedanke zu „Stadtschreiber-Bashing

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