ADHS

Aus Gründen stieß ich neulich auf „Deutschlands führenden Qualitätsverbund privater Fach- und Tageskliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie“ mit 27 Kliniken und 30 City-Centern deutschlandweit. Die Oberberg Gruppe steht laut Eigenbeschreibung „für ein ganzheitliches Menschenbild und setzt sich für einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen ein“. Weiter heißt es: „Wir möchten, dass sich unsere Patienten bei uns ernstgenommen und wohlfühlen.“

Das nahm ich ernst und machte gleich einen ADHS-Selbsttest. Bei dem sind sechs Fragen zu beantworten – zum Beispiel „Wie oft haben Sie Probleme, sich an Termine oder Verabredungen zu erinnern?“ oder „Wie oft sind Ihre Hände bzw. Ihre Füße bei längerem Sitzen in Bewegung?“. Das fünfstufige Antwortspektrum: Niemals – Selten – Manchmal – Oft – Sehr oft. Mein Selbsttest ergab:

Zwar heißt es einschränkend: „Dieser Test ersetzt keine ärztliche Diagnose. Im Zweifel sollten Sie für eine spezifische Diagnose Ihre Hausärztin oder einen Facharzt (Psychiater) in Ihrer Nähe aufsuchen und über das Testergebnis sprechen.“ Trotzdem war ich etwas verwundert und machte den Test nochmal, änderte aber meine Antworten an ein paar Stellen. Das Ergebnis: ADHS. Ein weiterer Test mit nochmal anderen Antworten: Wieder ADHS. Schließlich klickte ich sechsmal „Selten“ an. Immer noch: ADHS. Erst als ich überall „Niemals“ angab, sprang die Diagnose auf „Ihre Angaben ergaben keine eindeutigen Hinweise auf ADHS.“ Allerdings gelte auch hier: „Im Zweifel sollten Sie …“

Die gute Nachricht der Oberberg Kliniken:

Mein Bankkonto hingegen diagnostiziert ebenso eindeutig: „Du hast kein ADHS.“