Verhältnisse (6)

Wenn einmal im Monat die neue brand eins ins Haus flattert, geht mein erster Blick zur Rubrik „Die Welt in Zahlen“, in der nackte Zahlen untereinander gestellt neue Sinne ergeben. Lesebeispiel:

  • Anteil der Führungskräfte, die 1986 angaben, dass ihnen das Aussehen ihrer Angestellten wichtig sei, in Prozent: 7
  • Anteil der Führungskräfte, die 2003 angaben, dass ihnen das Aussehen ihrer Angestellten wichtig sei, in Prozent: 28
  • Geschätzte Zahl der Mädchen in Deutschland, die unter Bulimie leiden: 250.000
  • Umsatz, der im Jahr 2006 mit Herrenkosmetik erwirtschaftet wurde, in Millionen Euro: 360

Ein Ableger dieser Rubrik findet sich in der neuen Ausgabe unter dem Titel „Zu viele Tauben„:

  • Von Ornithologen geschätzte Zahl der Tauben in Berlin: 50.000
  • Menge des Kots, den eine Taube pro Jahr produziert, in Pfund: 5,5
  • Zahl der Firmen, die sich in Berlin darauf spezialisiert haben, Tauben zu vergrämen: 30
  • Gesamtkosten für die Taubenvergrämung in Berlin in Millionen Euro pro Jahr: 5
  • Gesamtkosten für die Reinigung von Fassaden und Beseitigung von Schäden durch Vogelkot an öffentlichen Gebäuden in Berlin in Millionen Euro pro Jahr: 10

Warum mir das so gefällt? Weil es eine gute Gelegenheit ist, mal wieder an den Taubenvergrämer zu erinnern, der sich derzeit statt in Berlin in Venedig aufhält, zusammen mit einem pleiten Taxifahrer, einem augenfälligen Gondoliere, einem tiefsitzenden Schock und einem müden Kellner. Und das vier Folgen vor der Jubiläumsausgabe!

9 Gedanken zu „Verhältnisse (6)

  1. Jubiläumsausgabe? Oh, Gott, das hätte ich fast übersehen. Aber bitte folgendes beachten: Es hanelt sich einigen Folgen um einen Ex-Taubenvergrämer, der seinen neuen Platz im Leben sucht.

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  3. Dann lautet die Überschrift künftig „Ex-Taubenvergrämer aus Ex-Leidenschaft, der nun seinen neuen Platz im Leben Venedigs sucht“? Oder „Creme21“? Oder wie? Oder was?
    Im übrigen hätte die wohlgesetzte Formulierung „augenfälliger Gondoliere“ etwas mehr Beachtung verdient. Aber hallo!

  4. ja, die ist mir durchaus positiv aufgefallen. allerdings habe ich sie vor lauter aufregung vergessen zu erwähnen. ich verweise auf mein Video „Streit der Gefühle und ich bin das Opfer“, das ich zwar ursprünglich nicht für Dich gemacht habe, das aber jetzt dir gewidmet ist. Wenn ich auch zu faul bin, das Anfangschart auszutauschen: http://de.sevenload.com/videos/TFVg4t7/applaus

  5. Zur Formulierung “augenfälliger Gondoliere” kann auch ich nur gratulieren. Sehr geschmeidig.

    Die restliche Statistik ließ mich an meinen ehemaligen Chef denken, der als Empfangsdamen nur Ex-Modells einstellte mit der Begründing, er bräuchte doch „morgens etwas zum Wachwerden“. (Meine Bemerkung „Wenn ich mir hier so das männliche Personal ansehe, muß ich wohl weiter Kaffee trinken,“ kam nicht so gut an.)

  6. Liebe Anke.
    Na das ist doch mal ein völlig neuer Ansatz. Statt sich jemanden schönzutrinken sich mal zur Abwechslung an jemandem wachkucken. Wenn das Schule machte, könnte man natürlich sämtliche Teeküchen zumauern. Und DAS wäre nun wirklich der Untergang.

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