Wie macht man eigentlich ein Messer?

Ganz einfach: Man geht in eine Schmiede …

Schild "Schmiede"

… mit einer großen, aufgeräumten Werkstatt …

Werkstatt mit Schraubstöcken

… und vielen Werkzeugen, …

Werkzeuge an der Wand

… und lernt dort ein bisschen Stahltheorie.

Verschiedene Stahlsorten

Dann macht man in der Schmiede Feuer …

Schmied zündet Feuer an

… bis die Esse glüht.

Glut in der Esse

Dort hinein steckt man eine Stahlstange, auf dass sie glühe und nutzt Hammer und Amboss, …

Hammer und Amboss

… um aus ihr ein Flacheisen herauszuprügeln, …

Ein Flacheisen schmieden

… das man zum Schluss noch …

glühendes Flacheisen, noch ohne Spitze

… mit einer Spitze versieht.

fertiges Flacheisen mit Spitze

Nach etwas Messerformtheorie …

Messerformen

… geht es zurück in die Schmiede, wo man zunächst Messerflächen und Griff ausformt …

Jetzt sichtbar: Messer und Griff

… um sich dann endgültig für seine eigene Messersilhouette zu entscheiden, …

Vorzeichnung der Messerform

… die anschließend an der Schleifmaschine ausgestaltet wird.

Schleifen der Messerform

Zum Abschluss des ersten Tages wird die Schneide vorgeschliffen …

Schleifen der Schneide

… und das Messer noch einmal mit dem Plan verglichen, …

Messer in Plan und in Realität

… bevor es ein letztes Mal auf 800 Grad erhitzt wird, …

Härtevorgang: Glühen

… um anschließend durch schnelle Abkühlung im Ölbad …

Messer taucht ins Ölbad

… die richtige Härte zu erlangen.

Flammen im Ölbad

Wie war das nochmal? Stahlstange – Schmieden – Schleifen – Messerrohling – ein Tag vorbei!

der direkte Vergleich: Stahlstange und rohes Messer

Der nächste Tag beginnt mit Schleifen, Schleifen, Schleifen. Denn bei genauer Betrachtung hat das 150er-Schleifpapier am Vortag tiefe Rillen hinterlassen, …

Messerrohling vor dem Schleifen

… die zunächst längs mit 220er-Schleifpapier beseitigt werden, …

Schleifen, Schleifen, Schleifen

… dessen Spuren dann im 30-Grad-Winkel mit 340er-Schleifpapier beseitigt werden, …

Schleifen, Schleifen, Schleifen

… dessen Spuren dann erneut längs mit 400er-Schleifpapier beseitigt werden, …

Schleifen, Schleifen, Schleifen

… drei Stunden lang Schleifen, Schleifen, Schleifen. Aber es ist ja Sonntag morgen und nur wenige Schritte von hier sitzen andere Leute ähnlich kontemplativ in der Talheimer Bergkirche.

Sind beide Seiten zur Zufriedenheit glatt geschliffen, werden die Schnittflächen abgeklebt und der Griff kommt an die Reihe. Dieser wird ausgeflext, damit der Kleber überall gut hinkommt.

Ausflexen des Griffs

Hat man das richtige Messergriffschalenpaar gefunden, …

zwei zueinander passende Messergriffschalen

… wird dieses vorbereitet, um auf den Messerrohling geklebt …

Die Griffschale wird auf den Messerrohling geklebt.

… und zum Trocknen eingespannt zu werden.

Die geklebten Griffschalen trocknen.

Nach 40 Minuten geht’s zurück an die Schleifmaschine, wo der Griff …

Schleifen der Grifform

… seine grobe Form erhält.

Roher Griff benötigt Schliff

Weitere Schleifarbeiten runden den Griff ab, der zum Schluss noch geölt …

Ölen des Griffes und der Hände

… wird. Ein faszinierender Moment.

geölter Nussbaumgriff

Jetzt wird die Klinge noch geschliffen, fertig!

fertiges Messer

fertiges Messer

fertiges Messer

fertiges Messer

Zur Erinnerung nochmal Ausgangsmaterial und Endprodukte auf einem Bild.

Stahl und Holz, vier fertige Messer

Nach zwei Tagen Arbeit bleibt ehrfürchtiges Staunen vor dem Handwerk des Messerschmieds. Und ein selbstgemachtes Messer.

Wer’s auch mal machen will, kontaktiere Andreas Schweikert in seiner Messerschmiede in Talheim.
Danke, Andi!

5 Gedanken zu „Wie macht man eigentlich ein Messer?

  1. Wow!!! Ein Hoch aufs Handwerk. Vielen Dank für den schönen Bericht.

    I will ao!

  2. Pingback: Scharfe Sachen - blog.argwohnheim

  3. Ein Traum von einem Bericht über den Weg zu einem archaischen Werkzeug! Ein Buch, ein Buch! Und wenn es „nur“ ein Fotobuch ist!

  4. Pingback: Zwei

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