Kurz vor Weihnachten stolperte ich beim Osiander in die Abteilung „Kalender“. Ja, es gibt dort um den Jahreswechsel einen eigenen Raum für Almanache. Gräusliche, verwegene, seltsame, überflüssige und auch erstaunlich viele langweilige (Rabbithole). Obwohl ich selber schon einen Kalender hatte, fiel mir ein Exemplar aus der Sektion „interessant“ in die Hände, das vom Duden-Verlag herausgegeben wird. Was mich sofort an ein Geschenk von Helmut erinnerte, der mir mal das Duden-Kleinod „Wortfriedhof – Wörter, die uns fehlen werden“ zukommen ließ, das forthin in meinem Schnappsack weste. Heuer aber rodomontiere ich mit meinem Neuzugang „Vergessene Wortschätze 2026“. Zwischen vielen Wörter, die ich noch kenne und manchmal sogar nutze („der Dösbaddel wienert seinen Riechkolben“) tauchen an manchen Tagen Kleinode der deutschen Sprache auf, die ich noch nie zuvor gehört habe. Und auf der Rückseite werden sie erklärt. So ist z.B. dem Wiener das „Kaprizpolster“ ein kleines Kissen, mit dem er auf dem „Lottermann“ (Sofa) „napetzt“ (mittagschläft).
Heute starten wir die kleine Serie mit dem Kalenderblatt vom 10. Februar und einem Bibelspruch, den man vortrefflich als ironische Zurechtweisung beim Gähnen nutzen kann: Tobias 6, Vers 3. Wer zuhause kein Altes Testament rumliegen hat, darf auch das Internet nutzen.