Eher unpopuläre Berufe in Prenzlauer Berg (1)

Kuscheltier-Entführer

Der K.-E. bestreitet seinen Lebensunterhalt durch das so gezielte wie heimtückische Entführen von Kuscheltieren aus Kleinkinderhänden mit anschließenden niederträchtigen Lösegeldforderungen. Das natürliche Habitat des K.-E.s sind überwiegend stark frequentierte Spielplätze, wobei sich der K.-E. an den Randgebieten aufhält und in der Nähe unachtsam abgestellter Kinderwagen seiner Beute auflauert.

Hat der K.-E. ein Tier entführt, beobachtet er den ausgeraubten Wagen, verfolgt die zunächst noch frischlufteuphorisierte Jungfamilie in deren heimisches Domizil und heftet aus zermürbungstaktischen Gründen erst anderntags einen zunächst unscheinbaren Zettel der Aufschrift „Stofftier gefunden! Kontakt xxxxxx“ an die Tür. Den aufgrund heftigster Schreikrämpfe übernächtigten und jeden Preis abnickenden Eltern knöpft er dann beträchtliche Summen ab.

Zu erkennen ist der K.-E. an seinem vornehmen Auftreten und gepflegten Äußeren sowie seiner roten Corvette und der dazugehörigen geräumigen Sechs-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung am Kollwitzplatz.

10 Gedanken zu „Eher unpopuläre Berufe in Prenzlauer Berg (1)

  1. Ich wäre ja ganz schwer dafür, auf Stereotypen herumzureiten. Der „Schwaben-Integrationshelfer“ sollte der nächste vorgestellte Job sein.

  2. Wenn ich an Prenzlauer Berg denke, fallen mir die Männlein auf den Wägelein mit dem langen Rüssel ein, die Hundkacke wegschnüffeln. So eine Art bemenschte Haufenstaubsauger. Ein wichtiger Hinweis dafür, dass dieser Beruf unpopulär ist, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Menschen (meistens mittels ihrer Hunde) immer wieder neue Haufen auf die Gehwege setzen. Wäre das nichts für ein Portrait?

  3. Auch das wäre bedenkenswert, lieber majowi. Die tun mir nämlich auch immer leid. Das Behältnis wohin da reingehaufenstaubsaugt wird, sieht aus, wie eine Atombombe – oder so, wie man sich eine solche vorstellt. Und so wird nämliches wohl auch behandelt. Ich gehe mal tief in mich…

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