Ich hingegen lese „Kabarett einigt sich auf Änderungen beim Bürgergeld“.
Ist ja auch nicht ganz falsch.
Archiv der Kategorie: Diarrhoe
Reservuert
Neulich beim Chinesen.
Ich stelle mir das so vor:
Die Restaurantinhaberin stellt fest, dass sie eine Möglichkeit benötigt, reservierte Tische als solche zu kennzeichnen. Sie ruft einen Reserviertschildhersteller an und gibt ihm den Auftrag, einige solcher Schilder herzustellen. Der Reserviertschildhersteller fragt nach, wie viele Schilder sie denn wünsche. Die Restaurantinhaberin denkt nach und lässt den Reserviertschildhersteller an ihren Überlegungen teilhaben: „Mein Restaurant hat zwar nur zwanzig Tische, aber man weiß ja, wie das ist: Da geht mal ein Schild verloren, ein anderes wird zerkratzt, ein drittes ist gerade in der Reinigung. Ich denke, ich brauche also dreißig Stück.“ – „Das klüngt vernünftig“, entgegnet der Reserviertschildhersteller und fragt dann nach, was denn auf dem Reserviertschild stehen solle? Ob die Frau Restaurantbesitzerin einen bestimmten Text wünsche, der auf diese Weise allen Lesekundigen eine Reservierung anzeige? Die Restaurantinhaberin denkt erneut kurz nach und sagt dann: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass auf dem Reserviertschild der Text ‚Reserviert‘ stünde.“ Der Reserviertschildhersteller fragt nochmal nach: „Sücher?“ – „Ja“, erwidert die Restaurantinhaberin. „Prüma, dann gehe ich flünk an meine Maschüne und lüfere ihnen alsbald dürekt in ihr Etablüssement“, sagt der Reserviertschildhersteller und legt auf.
Eine Woche später werden die dreißig Schüldchen an das Restaurant gelüfert. Die Restaurantinhaberin öffnet das Paket und erstarrt. Dann eilt sie ans Telefon und stellt den Reserviertschildhersteller zur Rede. „Ich wollte die Schilder in Gold, nicht in Silber!“ – „Oh, mein Fehler“, sagt der Reserviertschildhersteller. „Sülber ist Standard bei uns.“ – „Und was machen wir jetzt?“, ruft die Restaurantinhaberin erbost. „Ich habe eine Üdee“, sagt der Reserviertschildhersteller. „Ich komme Ühnen mit dem Preis entgegen – genau in der Mütte?“ – „Ok“, erwidert die Restaurantinhaberin, legt auf und reibt sich die Hände.
Spekulationen über Spekulatius (2)
Weil wir neulich nur spekulieren konnten, welches Spekulatiusmotiv wir vor uns hatten, schrieb ich den Hersteller an:
Wir haben Gewürzspekulatius von Ihnen gekauft und fragen uns, was das beiliegende Motiv darstellen soll. Die Kinder haben auf Löwe oder Schaf getippt. Was ist richtig?
Netterweise antwortete das Unternehmen Borggreve sehr schnell:
Gerne lösen wir das Rätsel der Spekulatiuskekse für Sie auf. Es handelt sich bei den Gewürzspekulatius-Abbildungen um nachfolgende Motive:
– Nikolaus
– Elefant
– Schwan
– Löwe (wie auf Ihrem Bild)
– Windmühle
Der Ursprung, überhaupt Figürlichkeiten abzubilden, liegt unseres Wissens darin, Kindern (insbesondere Waisenkindern) zu Weihnachten eine kleine Freude zu bereiten. Anfänglich kamen hauptsächlich kirchliche Motive (wie z.B. Engel) zum Einsatz. Dieses wandelte sich jedoch im Verlauf der Zeit und es kamen weitere Motive hinzu.“
Borggreve schweigt sich leider darüber aus, warum sie sich ausgerechnet für diese fünf Motive entschieden haben, vor allem aber: Welche Nikolaus-Legende erzählen sie?. Zum Glück leben wir im Jahr 2025 und fragen einfach die KI. Am besten eine europäische. Le Chat weiß dazu folgendes:
In der Nikolaus-Legende, die du meinst, handelt es sich wahrscheinlich um die bekannte Geschichte „Nikolaus und die drei verzauberten Prinzen“. Sie geht so:
Vor langer Zeit lebten drei Prinzen, die auf dem Weg nach Jerusalem waren, um dort zu beten. Unterwegs trafen sie auf einen bösen Zauberer, der sie in Tiere verwandelte: einen Elefanten, einen Löwen und einen Schwan. Der Zauberer hielt sie gefangen und zwang sie, für ihn zu arbeiten.
Eines Tages kam der heilige Nikolaus auf seiner Reise in das Dorf, in dem die Prinzen gefangen gehalten wurden. Die Dorfbewohner erzählten ihm von den seltsamen Tieren, die plötzlich aufgetaucht waren. Nikolaus erkannte sofort, dass hier ein böser Zauber am Werk war. Er betete für die Prinzen und brach den Fluch. Die Tiere verwandelten sich zurück in die drei Prinzen.
Als Dank für ihre Rettung schenkten die Prinzen dem heiligen Nikolaus drei Säcke Gold. Nikolaus aber wollte das Gold nicht für sich behalten. Stattdessen verteilte er es heimlich an die armen Familien im Dorf. Eine dieser Familien hatte drei Töchter, die ohne das Gold nicht hätten heiraten können. Das Gold landete über Nacht in ihren Schuhen, die sie vor dem Kamin getrocknet hatten.
Das ist natürlich eine völlig an den Haaren herbeigezogene KI-Halluzination. Zum einen gibt es keinen Beleg für die Geschichte. Zum anderen fehlt ganz offensichtlich die Windmühle. Ich fürchte, wir müssen selber eine Legende stricken – so wie schon viele Legendenerzähler vor uns. Hier sind schon mal die Spekulatiusse Spekulatien Spekulatianten Spekulassen Zutaten dazu:
Mahlzeit.
Reisgutschein
Liebe Südwest Presse,
schön, dass du 80 wirst. Und dabei auch noch an mich denkst. Und mir eine Mail schickst, dass ich mitfeiern darf. Indem ich an einem Gewinnspiel teilnehme. Und dabei sogar noch was gewinnen kann: Einen Reisgutschein! Im Wert von 1.500 €!
Ok, ich bin zwar mehr so der Nudeltyp, aber Reis nehme ich natürlich auch. Moment mal. Im Idealo Black-Friday Preisvergleich kostet mich das Kilo Reis 1 Euro. Dann lieferst du mir im Gewinnfall eineinhalb Tonnen Reis. Hm, bisschen viel. Im Asia-Shop King-Kao kostet der 20-Kilo-Sack „Golden Lion“ Jasmin-Reis schlappe 35 €. Umgerechnet 857 Kilogramm Reis. Immer noch too much. Bei Edeka kostet das Kilo Alnatura Bio Naturreis 3,29 €. Das wären dann 455 Kilo Reis. Ich weiß nicht, wie lange wir an einer halben Tonne essen.
Vielleicht wäre es schlauer, einfach den teuersten Reis der Welt zu kaufen? Das dürfte wohl der Kinmemai Premium von Tokyo Rice sein. Der wird in der 840-Gramm-Packung ausgeliefert und kommt auf rund 53 Euro pro Kilo. Umgerechnet würde ich für meinen Reisgutschein dann immerhin noch gut 28 Kilo Reis erhalten.
Was meint ihr? Soll ich mitmachen?
Schilda (7) – Lammelen
Da überlegt sich eine Firma, die Wintergärten herstellt: „Hm, vielleicht sollten wir ein bisschen Werbung machen, damit mehr Leute unsere vier Hauptprodukte Guillotine-Fenster, Lamellendächer, Glasdach-Systeme und Vordach-Systeme kaufen.“
Möglicherweise haben sie eine Marketingabteilung, und die entscheidet, dass sie ein paar Anzeigen in „Schöner Wohnen“ schalten, regionale Kinowerbung buchen und Flächen in der Region mit Außenwerbung belegen, um ihre vier Hauptprodukte Guillotine-Fenster, Lamellendächer, Glasdach-Systeme und Vordach-Systeme besser bekannt zu machen.
Dann lassen sie eine Fotografin schicke Bilder von ihren vier Hauptprodukten Guillotine-Fenstern, Lamellendächern, Glasdach-Systemen und Vordach-Systemen machen.
Anschließend beauftragen sie eine Werbeagentur damit, die vier Hauptprodukte Guillotine-Fenster, Lamellendächer, Glasdach-Systeme und Vordach-Systeme ihrem Corporate Design passend in Szene zu setzen und anschließend dem Publikum in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Aber niemand kommt auf die Idee, die vier Wörter, auf die es ankommt, nämlich die vier Hauptprodukte Guillotine-Fenster, Lamellendächer, Glasdach-Systeme und Vordach-Systeme kurz nochmal durchzulesen, ob vielleicht ein klitzekleiner Fehler passiert sein könnte. Oder zwei. Oder drei. Aber vielleicht gibt es die Firma auch schon gar nicht mehr. Zumindest die Website deutet darauf hin.
neue Grammatur
„Neue Grammatur“ = Wundervolles Marketingdeutsch für „Wir haben die Packungsgröße verkleinert und den Preis raufgesetzt. Aber du merkst es nicht, weil wir ein feines neues Wort dafür gefunden haben, das dir suggeriert, dass alles besser geworden ist. Mach’s gut und vielen Dank für die Kohle, du Pissnelke.“
Verhältnisse (31)
2023 zahlte Deutschland für
| Nettoimporte von Kohle, Öl und Gas | 80 Milliarden Euro |
|
Investitionen in Ausbau der Erneuerbaren Energien plus Deutschlandticket |
40 Milliarden Euro |
Funfact für „wirtschaftsnahe“ Parteien wie FDP und CDU: Das Geld für Kohle, Öl und Gas fließt in fragwürdige Drittstaaten und ist für immer weg, die Investitionen stärken die deutsche Wirtschaft nicht nur 2023, sondern dauerhaft. Ach ja, und dann ist da noch das Klima.
(Quelle: energiezukunft.eu)
Gnadenfrist
Und wenn wir schon dabei sind …

Da ware ich ohnehin schon seit Jahren nicht mehr.
Tut mir nicht leid, dass ich gehe.
Im Mai 2008 bin ich nach längerem Zögern Twitter beigetreten. Heute habe ich es nach ebenfalls längerem Zögern verlassen.

Die Twitternamenliste bleibt. Das hat viel Spaß gemacht.










