Gelesen: Sommersprossen auf den Knien

Titelbild des Buches "Sommersprossen auf den Knien": Ein rothaariges Mädchen saust auf dem Fahrrad vorbeiK2 (6) braucht neuen Lesestoff. „Die Schule der magischen Tiere“ samt angebauten Reihen ist schon so gut wie durch und die Klassiker sowieso. Da springt mir beim Durchsehen des Regals ein Buch in die Hände, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Auch K1 (15) und Mutter wissen von nichts. Das Buch muss uns irgendwer irgendwann geschenkt haben. Dann muss es ungelesen vom Gabentisch ins Regal gewandert sein. Oder ein Wichtel hat es hier heimlich, still und leise abgestellt. Das ist sehr viel wahrscheinlicher. Denn wer dieses Buch verschenkt, tut dies mit ausgewählten Superlativen.

Aber fangen wir mit dem einzigen Kritikpunkt an: Warum das Buch „Sommersprossen auf den Knien“ heißt, soll das Geheinmnis des deutschen Verlags bleiben. „Tonje Glimmerdal“ wäre der richtige Titel, denn so heißt unsere Heldin, der kleine Wirbelwird vom Glimmerdal. In diesem norwegischen Tal wohnt die Neunjährige. Als einziges Kind hat sie es dort nur mit Erwachsenen zu tun: Den kinderhassenden Campingplatzbesitzer Klaus Hagen, ihren manchmal etwas (weil die Mama meist in Grönland arbeitet) überforderten Papa, die neugierige Sally, die Tanten Idun und Eir – und Tonjes bester Freund und Patenonkel, der alte Gunnvald. In diesem Frühling vor ihrem 10. Geburtstag lässt Tonje nichts aus, was ein Kind in einem abgelegenen norwegischen Tal erleben kann: spektakuläre Rennrodelstunts, aus dem Nichts auftauchende neue Freunde, Lämmergeburten und ein 30 Jahre altes Familiengeheimnis.

Maria Parr erzählt weich, witzig und präzise zugleich, was Freundschaft bedeutet, dass Menschen Fehler haben und trotzdem geliebt werden können, dass Musik manchmal die besseren Worte findet und wie mächtig und wunderschön die Natur ist. Richtig gute Kinderliteratur macht beim Vorlesen Kinder *und* Erwachsene glücklich, weil beide gleichzeitig, aber auf verschiedenen Wegen in eine andere Welt mitgenommen werden. Aber dieses Buch können Erwachsene auch ohne Kinder lesen.

Wer auch immer uns dieses Buch geschenkt hat: Mein und K2s tiefster Dank!

Wer war’s?

Schaut man sich die wundervolle Landschaft im Oberen Donautal genauer an, findet man gelegentlich ausgetretene Pfade, die vom Feld zum Fluss führen. Oder umgekehrt?

Oberes Donautal mit Felsen, einem Feld und zwei Spuren in der Wiese zwischen Donau und Feld.

Wer ist denn hier so häufig unterwegs? Schaut der Landwirt mit dem Kajak nach seinen Feldern? Gehen die Feldmäuse einen trinken nach der Festmahlzeit?

Ausschnitt des anderen Bildes, Spuren vergrößert

Sachdienliche Hinweise in die Kommentare, bitte.

Henning

K2 (6) berichtet freudestrahlend, sie habe einen Weberknecht im Schrank. Zeit für einen Witz von Papa, der allem und jedem einen Namen gibt.

Ich: Und – wie heißt er? Klaus?
K2 (entrüstet): Nein, der heißt Henning. (Denkt nach.) Weil der da hängt.

Warum wir uns alle wegschmeißen, erzähle ich lieber nicht, weil der Cousin meiner Frau Henning heißt und Anwalt ist.

Zeddel

Stell dir vor, du wohnst seit kurzem in einer schwäbischen Kleinstadt, hast einen Parkplatz gemietet und willst gerade mit deinem Corsa wegfahren. Da siehst du das da. Was machst du?

Auto parkt vor einem anderen Auto

Unsere neue Nachbarin macht sich Gedanken und dann einen Zeddel.

Zettel an Windschutzscheibe: Hi, bitte nicht vor unseren Parkplätzen parken. Wir kommen so kaum rein oder raus. Danke! Dazu ein Smiley und eine Tüte Gummizeugs.

PS: Keins der drei Autos ist meins. Aber ich habe mich anderntags bei unserer Nachbarin bedankt, als ich sie zufällig traf. Wenn alle so wären, gäbe es weniger Probleme auf der Welt. Oder auf Schwäbisch: „Wenn no älle so wäred wie i sai sodd!“

Anti-Windkraft-Mythen

Die Windkraftlobby sorgt dafür, dass die Landschaft verspargelt wird, Tiere sterben und das Grundwasser verseucht wird. Sagen Windkraftgegner. Der BR (oho!) hat den Fakten nachgefuchst und festgestellt: Bullshit.

Die Windkraft-Serie des Faktenfuchses geht übrigens noch weiter.

[Im D64-Ticker gefunden.]

Verhältnisse (30)

Kosten für den Staat pro Jahr für das

Dieselprivileg 10.000.000.000 Euro (Quelle: FAZ)
Ganzjahres-Neun-Euro-Ticket 10.000.000.000 Euro (Quelle: Bundesregierung)

Das Dieselprivileg ist die Subvention von Dieselkraftstoff gegenüber Benzin.
So wie es jetzt ist, wird derjenige belohnt, der ein Dieselauto mit hohem Spritverbrauch viel fährt und diejenige bestraft, die mit dem Zug fährt.
Diese unsinnige Ungerechtigkeit zu beseitigen, würde den Staat also genau gar nichts kosten.

Verhältnisse (29)

Tote Vögel pro Jahr in Deutschland durch:

Katzen 100.000.000
Verkehr 70.000.000
Glasscheiben 18.000.000
Strommasten 2.800.000
Jagd 1.200.000
Windkraftanlagen 100.000

[Quelle]

Ja, ich weiß, Katzen fressen keine Milane. Ich habe gerade keine Zeit, bessere Zahlen zu organisieren, es geht einfach um die Größenverhältnisse.

Regional gebacken

Üblicherweise kaufen wir unsere Brötchen beim 300 Meter entfernten Bäcker. Zu Fuß, in der Papiertüte. Aber seit wir via Footsharing ab und zu abgelaufene Backwaren von anderswo erhalten, gibt es auch mal in Plastik verpackte „Bäckerbrötchen“. Keine Ahnung, wer sowas kauft. Wir nehmen sie halt, bevor sie weggeschmissen werden. Und dann sehe ich die Aufschrift. „BÄCKERBRÖTCHEN. regional GEBACKEN!“, schreit die Verpackung, „7 Stück.“

Brötchenplastiktüte mit der Aufschrift "Bäckerbrötchen - regional gebacken"

„Interessant“, denke ich, den Bäcker Bachmeier kenne ich gar nicht und drehe die Tüte rum.

Rückseite der Brötchenplastiktüte mit der Aufschrift "regional gebacken" und der Adresse "84307 Eggenfelden"

Ach so. Laut Routenplaner erreiche ich meinen regionalen Bäcker Bachmeier, indem ich bei Stuttgart auf die A8 abbiege, dann bis München durchbrettere. Hinter München auf die A94. Kurz vor Österreich biegt man bei Töging am Inn ab nach Nordosten. Gleich hinter Mitterskirchen, nach 363 Kilometern und jnapp vier Stunden Fahrtzeit kommt dann schon 84307 Eggenfelden.

Geschmeckt haben sie übrigens nicht, die Brötchen. Wahrscheinlich sind sie auf der Fahrt verendet. Aber für einen Ofenschlupfer langt’s noch, denke ich. Wobei sie in Eggenfelden dazu „Scheiterhaufen“ sagen.