Wortkarg

Heinemann: Hat Jürgen Walter auch was gesagt?
Grumbach: Ja.

Vorhin im Autoradio durfte ich einem Interview des Deutschlandfunks mit dem hessischen SPD-Vize Gernot Grumbach beiwohnen, in dem es um die eben beendete Krisensitzung der hessischen SPD-Fraktion ging. Selten habe ich einen wortkargeren Politiker gehört.

Der befragende Journalist, Christoph Heinemann, beendet das Gespräch dann auch mit den Worten: „Danke schön für dieses ausführliche Gespräch und auf Wiederhören.“, was mich in ein derart brüllendes Gelächter ausbrechen ließ, dass sich alle anderen Autos nach mir umdrehten.

[Die (den Duktus des Interviews nicht wirklich wiedergebende) Abschrift findet sich hier, der irre O-Ton da (MP3).]

5 Gedanken zu „Wortkarg

  1. Hätte der Moderator Heinemann nicht am Anfang einen „Guten Tag“ gewünscht, ich wäre felsenfest davon überzeugt gewesen, Grumbach wäre nachts um 3 angerufen worden.

    Heinemann: Hat Jürgen Walter auch was gesagt?

    Grumbach: Ja.

    Genial! :-D

  2. Also so schlimm fand ichs gar nicht. Der hat wenigstens geantwortet, und meistens sogar auf die gestellte Frage.

    Ansonsten würde ich (nach einigen unguten Erfahrungen mit Lokalzeitungschreiberlingen) wohl auch so einen Interviewstil wählen, sollte ich in die Verlegenheit kommen. Je weniger man sagt, desto weniger kann missverstanden, falsch interpretiert oder sinnentstellend zitiert werden.

    Darum: Bitte mehr solcher den Journalisten in den Wahnsinn treibender Interviews! :-)

  3. ACK. Ich fand’s wohltuend, wenn auch skurril, vor allem wegen der Gesprächspausen. In jedem Fall hebt es sich ab von den üblichen Politikerinterviews, wo du immer wahnsinnig wirst, weil sie fünf Sätze brauchen, um „Ja“ oder „Nein“ zu sagen.

  4. Aber Kotau vor Interviewer Heinemann! Mit so einem zwischen maulfaul und blockierenden, bzw. hypersensibel abwägenden Gesprächspartner musst du erstmal umgehen können! Respekt! War das Live-Live oder geschnitten?
    w.

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