Das Letz niest zum achten Mal (Teil 2)

Hanna Donath: Wem die Nacht gehörtKeine zwei Wochen mehr bis zum nächsten „Letz niest“, höchste Zeit also, die beiden Damen vorzustellen, die uns neben Jan-Uwe Fitz (wir ankündigten und rückblickten) mit ihren Büchern durch einen wunderbaren Leseabend begleiten werden.

Durch die Nacht begleiten wir zuerst Hanna Donaths Heldin Charlotte, kurz „Lotta“, die auf der Suche nach dem ziemlich unbekannten Vater ihres zukünftigen Kindes quer durchs Freiburger Studenten- und Kneipenleben zieht und einem Pulk abgelegter Lover begegnet. Dabei geht es vordergründig um Erotik, One-Night-Stands und flotte Sprüche, beim näheren Hinsehen aber um die Frage, wann wer wie erwachsen wird, wo die Pubertät aufhört und wo Familie anfängt. Und die alte Frage, was Sex ohne Liebe wert ist. Das liest sich locker, luftig und leicht und nicht zuletzt deshalb freuen wir uns auf eine Autorin, die selbst „der Liebe wegen zwischen dem Schwarzwald und Amsterdam“ pendelt und dazwischen kurz in Tübingen gastiert. „Wem die Nacht gehört“ wird empfohlen von namhaften Autoren und Jan-Uwe Fitz.

Pia Ziefle: SunaDurch halb Europa und viele europäische Familien begleiten wir Pia Ziefles autobiographisch geprägte „Luisa“ in ihrem Erstlingsroman „Suna“, über den so viele berufene Menschen schon so viel Gutes geschrieben haben, dass ich mir das besser verkneife. Trotzdem – meine Lieblingsstelle auf Seite 220:

„Ein netter Richter mit Bart sprach anderthalb Jahre später die Scheidung aus. Nette Damen vom Jugendamt befragten mich wegen der Sorgerechtsentscheidung. Sie waren jung und trugen Jeans, ich fühlte mich ernst genommen und sagte, ich würde gerne für immer in einer Bibliothek ohne Menschen wohnen. Daraufhin musste ich für ein paar Stunden zu einer Kinderpsychologin mit Doppelnamen gehen.“

Denn diese Stelle zeigt dreierlei: Die sorgsame Sprache Pia Ziefles, ihren feinen Witz und ihre Liebe zur Literatur. Wegen letzterer trifft man sie häufig in der Mössinger Buchhandlung Schramm (Tipp für Autogrammjägerinnen und -jäger!), was insofern lustig ist, als genau diese uns nun Lesungskonkurrenz macht, denn Pia liest auf Veranlassung dieser Buchhandlung beim Mössinger Kulturherbst genau drei Tage vor dem niesenden Letz. Da gibt’s nur eins: Zweimal hingehen! Ich habe meine Karte schon.

Pia Ziefle - Eintrittskarte Autorenlesung

Funfact: Obwohl Pia und ich nur ein paar hundert Meter auseinander wohnen, kennen wir uns aus dem Internet, in dem Pia so zuhause ist, dass das Internet zeitweise gar nicht ohne sie auskommt. Findet jedenfalls Sascha Lobo, der sie mal zu den vierzig Internetlern zählte, die er per Feedreader auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Logo Apfelkrimi Ich hingegen freue mich, dass Pia auch in Mössingen wohnt, denn so kam die von mir mit angeleierte „Mössinger Apfelwoche“ zu einem Fortsetzungskrimi aus ihrer Feder, der so gar nichts von einem Regionalkrimi hat, sondern – siehe oben – mit einer sorgsamen Sprache und einem intelligenten Plot aufwartet. Vom 29. September bis 6. Oktober täglich im „Schwäbischen Tagblatt“. Danke!

Alle weiteren Fragen stellen wir am tatortlosen 30. September ab 20 Uhr im bewährten Zimmertheater-Foyer. Kommet zuhauf!

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