Lieber Bundesrat!

Bevor du nachher das Wachstumsbeschleunigungsgesetz verabschiedest, lass dir von mir als davon Betroffenem sagen:

Das Mehr an Kindergeld, das wir erhalten werden, wird unsere Familie nicht in neue Unterhaltungselektronik stecken, wie du das gerne hättest. Wir werden es sparen, um die Mehrkosten für Kindergarten, Schwimmbad, zusätzliche Kurse und alles andere, was unsere Kommune nun nicht mehr finanzieren kann, wenigstens teilweise ausgleichen zu können.

Die pekuniären Vorteile, die uns als Unternehmen ins Haus stehen, werden wir nicht in neue Produktionsmittel oder gar Arbeitsplätze investieren, wie du dir das vorstellst. Ein Teil des Geldes geht dafür drauf, dass wir Jahr für Jahr mehr Behördenkram erledigen müssen, uns durch Berge von neuen Gesetzen und Verordnungen zu kämpfen haben und die Rechnung des Steuerberaters höher ausfallen wird. Der andere Teil wird zurückgelegt, weil ja klar ist, dass die Rekordverschuldung, die du gerade mitbeschließt, irgendwann von uns zurückgezahlt werden muss.

Solltest du irgendwann auf die Idee kommen, das deutsche Steuerrecht grundlegend zu reformieren, dann können wir wieder miteinander reden. Bis dahin kannst du mir gestohlen bleiben.

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