Brexit

24. Juni 2016

Das Deprimierendste heute morgen war die Startseite von Twitter.

twitter-brexit

Zwischen Elyas M’Barek, @julienco, den besten Rooftop-Bars Berlins und dem gespiegelten Missgeschick einer Schlange findet man den #brexit nur an einer Stelle. Und auch bloß, weil es Klaaas Heufer-Umlauf ist, der dazu twittert: „es ist zum heulen. #brexit #europa“

Entweder Twitter versinkt langsam im Beauty-Mode-Star-Entertainment-Orkus, oder es ist so aktuell, dass der Brexit am Morgen danach nur noch alter Chice von gestern ist.

[Autor: uli]

Bescheidener Wunsch

22. Juni 2016
Gesehen in Reusten, Sportplatz

Gesehen in Reusten, Sportplatz

[Autor: uli]

Die CSU greift an

18. März 2016

Auf Twitter geleakt: Der neue Mitgliedsantrag der CSU dokumentiert deren Expansionswillen.

Was mich mehr überrascht: Die CSU kommuniziert auf allen modernsten Kanälen. Die schicken dir Faxe nicht nur nach Hause, sondern auch ins Büro!

[Autor: uli]

Verhältnisse (24)

3. März 2016
  • 2 Prozent der Terroranschläge in der EU zwischen 2009 und 2013 wurden von muslimischen Tätern verübt. 98 Prozent von nichtmuslimischen.
  • 6 Prozent der Terroranschläge in den USA zwischen 1980 und 2005 wurden von muslimischen Tätern verübt. 94 Prozent von nichtmuslimischen.
  • Seit dem 11.9.2001 starben 37 Menschen in den USA durch muslimische Terroranschläge. Im selben Zeitraum wurden 190.000 Amerikaner ermordet.
  • 2007 standen 75% der Beiträge in BILD und SPIEGEL über Islam und Muslime in einem negativem Kontext.
  • 2005 und 2006 standen 81% der Beiträge in ARD und ZDF über Islam und Muslime in einem negativem Kontext.
  • In Sachsen ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung muslimisch. Dort empfinden 78% der befragten Deutschen den Islam als bedrohlich.
  • In NRW lebt ein Drittel der deutschen Muslime. Dort fühlen sich „nur“ 46% der befragten Deutschen vom Islam bedroht.

Welches Islambild wir haben, wie es entstand und warum es so gefährlich ist, erklärt Irene Amina Rayan im lesenswerten Krautreporter-Beitrag „Total normal“, dem diese Zahlen entstammen. Sie empfiehlt daher:
„Wir brauchen mehr Geschichten über Muslime, in denen sie nicht Terroristen und Kriminelle sind. Denn von einer gerechteren Darstellung des Islam in Deutschland profitieren wir alle.“

[Autor: uli]

Guten Rutsch!

5. Januar 2016

Unser zweites Kind nahm’s wörtlich und erblickte in der Silvesternacht um 23 Uhr 59 das in diesem Moment sehr bunte Licht der Welt.
Wir freuen uns.

[Autor: uli]

Fluchtgedanken

2. November 2015

Bei all dem Talkshowgesabbel, den aufgeregten Zwischenrufen von links wie rechts, den erwartbaren Kommentaren in Presse, Funk und Fernsehen und dem eigenen Gedankenwirrwarr tut es mitunter gut, jemanden zu haben, der all das, was einem im Zusammenhang mit der so genannten „Flüchtlingskrise“ um die Ohren fliegt, sortieren und einordnen kann.
Jonas Schaible kann das auf eine so unaufgeregt sachliche wie glasklar Stellung nehmende Art, dass ich mir immer wieder wünsche, man möge seine Texte doch bitte in FAZ, ZEIT oder Süddeutsche lesen. Also bitte: Lest seine Analyse „Flucht: Gedanken“.

[Autor: uli]

Kid-Cuts (64) – Muss ja auch mal gesagt sein

5. Oktober 2015

Drehe ich doch gestern auf der Suche nach Schmierpapier einen herumliegenden Zettel um und entdecke das:

Jetzt weiß ich endlich, was der Sohnemann (6) von mir hält. Wenigstens ist er ehrlich. Und ich werde mich künftig tunlichst hüten, einfach so rumliegende Zettel umzudrehen.

[Autor: wog]

Alte Bekannte

17. August 2015

Und ich dachte, Faxspam sei bereits Geschichte.

Nette Idee.

[Autor: uli]

Hausaufgabe

20. Juli 2015

Liebe nervende Politiker, liebe uninformierte Medien,

seid so gut und macht endlich eure Hausaufgaben. Ihr glaubt, ihr wisst, wo diese griechische Malaise eigentlich herkommt?

Der Grieche ist raffgierig.
Hm. Das mittlere Einkommen in Griechenland sank während der Krise von 997 Euro auf 640 Euro.

Griechenland hat eine zu hohe Staatsquote.
Hm. Die liegt in Griechenland 2014 bei 46,36%, in Deutschland bei 44,1%.

Der Grieche ist faul.
Hm. Nach OECD-Berechnungen arbeitet der durchschnittliche Grieche 2.042 Stunden im Jahr, der durchschnittliche Deutsche 1.371.

Eine Krise fordert eben harte Einschnitte. Da hilft nur sparen.
Hm. In der Krise 2008 verlängerte die deutsche Regierung das Kurzarbeitergeld und unterstützte die Automobilindustrie mit einer milliardenschweren Abwrackprämie.

Die Griechen sollen endlich mal was umsetzen, nicht nur versprechen.
Hm. Zwischen 2010 und 2014 haben die verschiedenen griechischen Regierungen 179 Reformgesetze erlassen.

Liebe nervende Politiker, liebe uninformierte Medien,

lest Michalis Pantelouris auf Zeit online und denkt nochmal darüber nach, ob er vielleicht Recht haben könnte mit seinen Worten:

„Ich sage es noch einmal: Die griechische Verwaltung ist ineffizient. Das Steuersystem ist unproduktiv. Das Rentensystem ist chaotisch. Das Gesundheitssystem ist erbärmlich. Das alles war schon vor der Krise so. Ich verstehe nur nicht, wie man auf die Idee kommen kann, eine Regierung, die kein Geld mehr ausgeben darf, werde es schaffen, dies alles zu ändern.“

[Autor: uli]

Alblauf

16. Juli 2015

Letzten Sonntag hat es endlich mal wieder geklappt. Die Restfamilie war beim Reiten und die Alb lag vor mir wie ein Bilderbuch.

Laufschuhe an und los ging’s in Willmandingen im Rücken der drei Windräder „Eos“, „Aiolos“ und „Helios“, die just vor 20 Jahren hier in Betrieb gingen und mit einem Schlag die Windkraftleistung in Baden-Württemberg verdoppelten.

Zur Zeit spielt hier das Theater Lindenhof sein Sommertheaterstück „Arche Konrad„. Ich aber laufe weiter, grüße Kühe, …

… einen für die Schwäbische Alb so typischen Solitärbaum …

… und den Erpfinger Campingplatz. Die Zugmaschinen sehen auf der Alb anders aus als am Lago Maggiore.

Seltsame Flurnamen huschen vorbei (im Hintergrund die verspargelte Landschaft) …

.. auf dem Weg in den kühlen Wald.

Die gute alte Schnitzeljagd scheint auch im Zeitalter der Geocaches noch nicht ausgestorben.

Das nächste Dorf ist Erpfingen, …

… unter anderem bekannt für die nahegelegene Bärenhöhle und sein besuchenswertes Ostereimuseum.

Dabei ist Erpfingen ganz Dorf geblieben, mit Dunglegen (ein Wort, das wohl bald mit Dornicht, dünken und dunnemals in den Wortfriedhof wandern wird), die noch in Betrieb sind …

… und Kapuzinerkresse, die man gerne esse.

Dann geht es wieder bergauf auf dem Promillesträßle Richtung Dreherhöfe, wo ich dunnemals zum ersten Mal am Steuer eines Kraftfahrzeugs saß, noch Jahre vom Führerschein entfernt, die Nase mühsam übers Lenkrad des Audi 80 erhoben. Trotzdem: An diesem Vogeltod traf mich keine Schuld:

Bei diesem Wetter wird auf der Alb „g’haibet“, Sonntag hin, Sonntag her. Nur wird hier nicht wie früher das Öhmd geerntet, sondern die Biogasanlage mit gehäckseltem Grüngut gefüttert.

Dennoch möchte auch der moderne Agrarwirt keine abgefahrenen Pneus in seinem Silo sammeln.

Dann verfranse ich mich trotz Wanderkarte und Smartphone erheblich und finde erst dank des Weißdorns

… wieder auf die richtige Spur. Und dann durchs Grafental, das von Trochtelfingen, vorbei an den für die Alb so typischen Wacholderheiden …

… nach Mägerkingen führt, wo alte Heimatgefühle wach werden.

Seltsam, den alten Zwiebelturm wiederzusehen, den ich zu Grundschul- und Konfirmationszeiten stets vor Augen hatte. Ich erinnere mich undeutlich aus dem Religionsunterricht bei Pfarrer Knoch, dass hier – in der evangelischen Exklave, umgeben von katholischen Dörfern – ein Reformator (Name? Auf meinem persönlichen Wortfriedhof) Zuflucht gefunden haben soll. Aus der Heimatkundestunde bei Fräulein Löffelhart („Gabelweich“ pflegte mein Opa zu frotzeln), dass sich einst ein ortsansässiger „Märte“ (Martin) im Wald verlief, dank der Kirchenglocken der Blasiuskirche wieder in die Zivilisation zurückfand und daraufhin ein eigenes Glöckchen stiftete, das seit dieser Zeit jeden Abend (Um dreiviertel zehn? Zeitfriedhof.) den Verlorengegangenen heimläutet. Aus den eigenen Erinnerungen, dass ich hier, bei einer der Seckachbrücken meinen ersten Unfall hatte (mit dem Fahrrad einem Käfer die Vorfahrt genommen).

Dann kommt auch schon das Abholbusle und nimmt meine Erinnerungen mit. Auf dem nächsten Promillesträßle geht’s am Neuban vorbei ins katholische Harthausen, wo wir einer Freundin dabei helfen, einen ihrer Schuppen umzuschmeißen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ach, man müsste viel öfter über die Alb laufen.

[Autor: uli]