Im Ernst, airbnb?

25. Januar 2018

airbnb

[Autor: uli]

Das Gift wirkt

24. Januar 2018

Lieber Deutschlandfunk!

Ich schätze deine Nachrichten, deine Moderatoren, deine Sachlichkeit und überhaupt deine Existenz. Wegen dir zahle ich die Rundfunkgebühren gerne. Aber in den Sechsuhrnachrichten heute morgen fielen mir zwei Punkte auf, die mich spüren ließen: Das AfD-Gift wirkt jetzt auch schon bei dir.

Nummer eins: Die Meldung über die Tötung eines 14-Jährigen durch einen 15-Jährigen in Lünen endete mit dem Satz: „Der Tatverdächtige, der morgen dem Haftrichter vorgeführt werden soll, und das Opfer sind Deutsche.“ So gut die Nennung der Nationalitäten vielleicht gemeint sein soll – sie ist reines AfD-Sprech und steht im Gegensatz zum Pressekodex, wonach die Nationalität von Tätern oder Verdächtigen nur genannt werden soll, wenn ein begründetes öffentliches Interesse besteht. Im vorliegenden Fall wird aber geradezu suggeriert, dass es berichtenswert sei, dass es sich bei Täter und Opfer um Deutsche handelt. Tenor: Das hier ist die Ausnahme von der Regel. Und die Rechten reiben sich die Hände.

dlf24aufmacher

Nummer zwei (und gleichzeitig Aufmacher auf deiner Internetpräsenz dlf24.de): Ich kann mich nicht erinnern, jemals in den Nachrichten gehört zu haben, welche Partei welchen Vorsitz in den Fachausschüssen des Bundestags erhalten habe. Heute morgen aber zählst du alle Ausschüsse auf, in denen die AfD den Vorsitz übernehmen soll – und nur die. Mag sein, dass es von Interesse ist, welche Ausschüsse die unter Beobachtung stehende Partei dominieren wird. Vielleicht auch eine Meldung wert wäre, dass ein AfD-Abgeordneter, der nach Medienberichten Verschwörungstheorien verbreitet und fremdenfeindliche Ressentiments schürt, den Haushaltsausschuss übernimmt. Aber hat man jemals gemeldet, welcher Hinterbänkler den Tourismusausschuss besetzt? So erhalten die Rechtspopulisten das, was sie am liebsten mögen: Aufmerksamkeit für nichts.

Lieber Deutschlandfunk: Lass das bitte sein!

[Autor: uli]

Verschonungspluralismus

18. Januar 2018

Pater Tobias Zimmermann leitet das katholische Canisius-Kolleg, eine von drei Jesuitenschulen in Deutschland. Dass er eine kopftuchtragende Muslima einstellte, sorgte für Medienrummel. Ein lesenswertes Interview mit Zimmermann zeigt, wie und was Integration sein könnte: Unaufgeregt aufeinander zugehen.

Muslime leben seit 60 Jahren in Deutschland. Und wir haben zugelassen, dass jetzt in der dritten Generation die Trennung zwischen uns so groß ist. Wir haben es nicht geschafft zu vermitteln: Wir wollen euch als Mitbürger. Und es ist unheimlich schade um diesen Schatz an Menschen.

[Autor: uli]

Agenda-Setting

10. Oktober 2017

Franziska Schreiber trat 2013 in die AfD ein, war Pressesprecherin der „Jungen Alternative“ und in Sachsen auch zeitweise deren Vorsitzende. Sechs Tage vor der Bundestagswahl verkündete die 27-Jährige ihren Austritt aus der Partei. Das lesenswerte Vice-Interview mit Schreiber zeigt die Innenseiten der AfD, aber auch, was zu tun ist.

Wie kann man der AfD am besten schaden?
Wenn man die AfD sinnvoll angreifen will, muss man verhindern, dass sie Themenmonopole hat. Und man muss immer wieder zeigen, dass die Partei in fast allen Punkten nicht über die Analyse des Problems hinausgekommen ist.

Schon vor dem Start der Koalitionsverhandlungen hat die CDU-Kanzlerin eine verfassungsfeindliche CSU-Obergrenze für das Asylrecht akzeptiert. Und wer hat das Thema auf die Agenda gesetzt?

[Autor: uli]

Verhältnisse (27)

6. Oktober 2017

Tote durch Terroranschläge in Westeuropa

1974: 403 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++
1980: 404 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++
1988: 437 +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
2016: 118 ++++++++++++

terrorzahlen

Quelle: urbanshit.de
Eine genaue Statistik hat watson.ch.

[Autor: uli]

Von Österreich lernen

27. September 2017

Das systematische Hyperventilieren der Medien, wenn es um die Rechtspopulisten geht, wird weitergehen. Die einen greifen die anscheinend so virulenten Themen dieser Partei verstärkt auf, die anderen beobachten jeden Pups einer Gruppierung, die von 87 Prozent der Wähler abgelehnt wurde. Und alle spielen damit nach den Regeln einer Partei, die sehr genau weiß, wie sie weiter nach oben kommt. Sie hat mit der FPÖ ein Vorbild, das vor 30 Jahren in Österreich demselben Sumpf entstieg.

Christoph Schattleitner erklärt in einem lesenswerten Hintergrundbeitrag bei Krautreporter aus österreichischer Sicht die Spielregeln, aber auch, wie man sich diesem rechtspopulistischen Mensch-ärgere-dich entziehen kann: Indem man die Rechtspopulisten ernst nimmt.

„Dieser Zugang holt das Spiel wieder auf den richtigen Boden, den demokratischen. Wenn man der Versuchung widersteht und die Pöbeleien ignoriert, bleibt nämlich nicht mehr viel von den Rechtspopulisten übrig. Sie haben meist einfach nur eine große Klappe. Deshalb entzaubert man sie nicht mit Empörung, Warnung oder Anschreien. Man entzaubert sie – wie der Abgeordnete der österreichischen Grünen und jetzige Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Video unten –, wenn man ihre Vorschläge ernst nimmt und sie sachlich durchrechnet. Ihre Politik ist nicht logisch und führt in den seltensten Fällen zu besseren Lösungen.

Sie ernst zu nehmen, heißt nicht, sie zu relativieren. Es ist nur der erfolgversprechendere Weg, sie zu kritisieren. In der österreichischen Geschichte haben die Rechtspopulisten übrigens nur zwei Mal – dafür fundamental (minus 28 Prozent, minus 16 Prozent) – vom Wähler eins auf den Deckel bekommen. Das war, als sie in der Regierung saßen und nicht mehr schreien konnten (aber sehr, sehr viel kaputt gemacht haben).“

Hier das erwähnte Video, in dem der heutige Bundespräsident Van der Bellen die FPÖ ernst nimmt, eine Lehrveranstaltung für den Umgang mit den Neuankömmlingen im 19. Deutschen Bundestag:

[Autor: uli]

Muss

18. August 2017

… heute wohl mit dem linken Fuß aufgestanden sein.

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[Autor: uli]

Mal wieder Wilhelm Hauff lesen

15. Mai 2017

… und die Nebelhöhle besuchen.

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[Autor: uli]

Liebe Firma StarMoney,

10. April 2017

Sie hatten beabsichtigt, eine Software zu schreiben, die bei den Anwendern Vertrauen erweckt. Macht ja auch Sinn, wenn es um Online-Banking geht. Da würde ich Ihnen gerne einen Tipp zu den „Status-Meldungen“ Ihres Programms geben:

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Anführungszeichen signalisieren „Distanzierung“, manchmal auch Ironie. Axel Springer schrieb die sogenannte „DDR“ in Anführungszeichen. Eine Terminüberweisung in Anführungszeichen könnte heißen, dass es sich um so etwas wie eine Terminüberweisung handeln könnte – aber nicht muss. Vielleicht ist es sogar gerade keine Terminüberweisung, wer weiß? Damit kann sich der Anwender sicher darauf verlassen, dass eine Terminüberweisung durchgeführt wird – oder nicht. Überwiesen wird dann so eine Art „Betrag“, was auch immer das sein soll. Vielleicht die Note für das bisherige Betragen des „Kunden“ gegenüber der „Bank“? Ja, wäre möglich. Vielleicht auch nicht. Machen Sie einfach weiter so, dann „kaufe“ ich auch das nächste Update Ihrer „Software“.

Ein „Anwender“.

[Autor: uli]

Verhältnisse (26)

7. März 2017
  • 16 – Anzahl der Morde, für die muslimische Extremisten in den Vereinigten Staaten seit dem 11. September 2001 verantwortlich sind
  • 240.000 – Anzahl der Morde, für die nicht muslimische Extremisten in den Vereinigten Staaten seit dem 11. September 2001 verantwortlich sind

Quelle: New York Times (via MSN)

[Autor: uli]