Einfach mal abstimmen

Die Schweiz stimmt für Klimaneutralität bis 2050. Warum machen wir das nicht einfach auch so? Laut Umfragen ist die Mehrheit der Deutschen ebenfalls dafür. Spräche sich diese Mehrheit auch in einem offiziellen Referendum dafür aus, dann hätten es Populisten, Anti-Klimaschutz-Kampagnen der Großbuchstabenpresse und fossilwirtschaftshörige Parteien sehr viel schwerer, Klimaschutz zu verhindern.

Und täglich kämpft das Murmeltier …

Auf unserer Wanderung über den Lechtaler Höhenweg konnten wir täglich Murmeltiere beobachten, oft direkt am Wanderweg. Aber diese beiden Exemplare unweit der Stuttgarter Hütte waren doch etwas außergewöhnlich:

Zeddel

Stell dir vor, du wohnst seit kurzem in einer schwäbischen Kleinstadt, hast einen Parkplatz gemietet und willst gerade mit deinem Corsa wegfahren. Da siehst du das da. Was machst du?

Auto parkt vor einem anderen Auto

Unsere neue Nachbarin macht sich Gedanken und dann einen Zeddel.

Zettel an Windschutzscheibe: Hi, bitte nicht vor unseren Parkplätzen parken. Wir kommen so kaum rein oder raus. Danke! Dazu ein Smiley und eine Tüte Gummizeugs.

PS: Keins der drei Autos ist meins. Aber ich habe mich anderntags bei unserer Nachbarin bedankt, als ich sie zufällig traf. Wenn alle so wären, gäbe es weniger Probleme auf der Welt. Oder auf Schwäbisch: “Wenn no älle so wäred wie i sai sodd!”

Qujanarsuaq!

Als wir vor 15 Jahren in Grönland waren, gab es dort zwei große Themen: Das erste war der Rückgang der Gletscher und das konnte jeder und jede sehen. Das zweite war die Bestrebung der größten Insel der Welt, mithilfe der inseleigenen Rohstoffe unabhängig zu werden. Grönland hat zwar seit 1979 ein eigenes Parlament und ist “nur” noch autonomer Bestandteil Dänemarks. Aber erst mit der Einführung der Selvstyre („Selbstverwaltung“) 2009 verfügt Grönland über das Recht an den eigenen Rohstoffen. Das – und die geopolitisch interessante Lage Grönlands – brachte zum Beispiel Donald Trump 2019 auf die Idee, die ganze Insel einfach zu kaufen.

Flagge Grönlands

Grönland ist aber nicht nur unverkäuflich, sondern geht auch mit seinen Rohstoffen besser um als der Rest der Welt. Die Regierung gab kürzlich bekannt, dass Grönland darauf verzichtet, die Erdölvorkommen in seinen Küstengewässern zu erschließen und stattdessen auf Erneuerbare Energien setzt. Kalistat Lund, Minister* für Landwirtschaft, Selbstversorgung, Energie und Umwelt: “Naalakkersuisut [die Regierung] takes climate change seriously. We can see the consequences in our country every day, and we are ready to contribute to global solutions to counter climate change.”

Grönland heult nicht rum, man verursache doch nur x% des Klimawandels und könne ja sowieso nichts machen. Sondern handelt verantwortungsvoll.

Dankeschön, Grönland. Qujanarsuaq!

[Entdeckt in energiezukunft]

* In der ersten Fassung dieses Beitrags hatte ich geschrieben, Kalistat Lund sei Ministerin, er ist aber Minister. Das kommt vom Abschreiben.

Nagelfluhkettengratwanderung

Diablogbetriebsausflug! Noch bis zum Abreisetag wurde täglich die Nebelhornwebcam bemüht, aber es half alles nichts: Der Hochvogelbesteigungsplan scheiterte am Wanderwegschneebedeckungsgrad von 80%. Also nahmen wir eine tiefergelegte Route ins Visier und machten uns an die Nagelfluhkettengratwanderung. Klitzekleine Planungsunachtsamkeit: Auf Gratwanderungen stößt man so oft auf Quellen wie in der Wüste, nämlich nie. Man tut also gut daran, mehr als einen Liter Wasser pro Person mitzunehmen, insbesondere, wenn man 32 Kilometer über 17 Gipfel erwandert und gleichzeitig in die erste große Hitzewelle des Sommers hineinläuft.

Trollblumen am Imberg

Trollblumen am Imberg

seilversicherter Abstieg vom Hochhädrich

seilversicherter Abstieg vom Hochhädrich

sportlicher Klettersteigaufstieg zum Falken

sportlicher Klettersteigaufstieg zum Falken

Dunstverhangener Blick nach Süden in die Allgäuer Alpen. Rechts der Ifen, schräg rechts dahinter der Widderstein

Dunstverhangener Blick nach Süden in die Allgäuer Alpen. Rechts der Ifen, schräg rechts dahinter der Widderstein

Erste und einzige Wasserstelle: Kuhtrog samt Zeltplatz vor dem Seelekopf

Erste und einzige Wasserstelle: Kuhtrog samt Zeltplatz vor dem Seelekopf

Abendstimmung mit Hochvogelblick. Das Zelt ruft.

Abendstimmung mit Hochvogelblick. Das Zelt ruft.

Um nicht am nächsten Morgen mitten in einer Kuhherde aufzuwachen, sind wir um 7 schon wieder auf der Piste. Und eine Stunde später auf dem höchsten Gipfel der Kette, dem Hochgrat. Als Kind stand ich hier schon oben. Damals gab es noch keine Seilbahn hier hinauf. Das änderte sich Anfang der 70er. Interessant dazu die ersten zwei Sätze auf Wikipedia: “Am 4. Oktober 1963 wurde die Hochgratkette mit 5600 Hektar als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 1971 begann [man] mit dem Bau der Gondelbahn zum Hochgrat, die 1972 eröffnet wurde.” Wie das zusammenpasst, versteht man, wenn man weiß, wem die Hochgratbahn gehört: Maria Erich Wunibald Aloysius Georg Graf von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, in Oberschwaben sagt man: “Der Fürst”. Die Familie ist einer der größten privaten Grundbesitzer Deutschlands, hält Anteile an Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern , eine Kette von Rehabilitationskliniken und vieles mehr. Das Privatvermögen der Familie wird auf etwa 650 Millionen Euro geschätzt. Will man wissen, woher es stammt, lohnt ein Blick in die Geschichtsbücher und auf einen prominenten Vertreter des Hauses Waldburg-Zeil: Den Bauernjörg, der seinen Namen im Bauernkrieg (1524-26) wegen seines grausamen und erbarmungslosen Durchgreifens gegen die aufständischen Bauern erhielt.

Blick vom Hochgrat ins Allgäu.

Blick vom Hochgrat ins Allgäu.

Neugierige Alpendohle auf dem Buralpkopf

Neugierige Alpendohle auf dem Buralpkopf

Blick zurück zum Gündleskopf und  Rindalphorn (hinten)

Blick zurück zum Gündleskopf und Rindalphorn (hinten)

Blick nach vorn zum Stuiben

Blick nach vorn zum Stuiben

Auf und ab - typische Passage am Sedererstuiben

Auf und ab – typische Passage am Sedererstuiben

17 Meter lange Leiter am Steineberg. This is the way.

17 Meter lange Leiter am Steineberg. This is the way.

Der Rest war Trinken.

Schilda (1)

Schilder sind überall. Sie weisen uns die Richtung, schaffen Ordnung, vermitteln Regeln, erklären die Welt und machen sie idealerweise besser. Die meisten Schilder verstehen wir, weil wir für die Führerscheinprüfung gebüffelt haben, weil wir uns gerne helfen lassen und weil sich schlaue Designer überlegt haben, welche Zeichen und Schriften sich am besten für die Informationsübermittlung eignen. Gelegentlich gibt es unklare Schilder oder einfach zu viele. In diesem Blog werden ab sofort ebenfalls Schilder gesammelt, die aus irgendwelchen Gründen bemerkenswert sind.

Schild mit Aufschrift "Riese beklettern verboten! ELtern haften für Ihre Kinder."

Dieses hier zum Beispiel wirft erst auf den zweiten Blick Fragen auf. Dass Kinder besser nicht auf Riesen klettern sollten, ist insbesondere aus Sicht des Riesen nachvollziehbar, selbst wenn man nur einige wenige von Ihnen kennt. Irritierend hingegen ist das große “I” in “Ihre”. Wer sollen denn diese “Eltern” sein, die für meine Kinder haften? Wie weit geht die Haftung? Betrifft das nur die Beschädigung des Riesen oder auch die meiner Kinder? Wie erreiche ich diese Eltern? Hier handelt es sich um ein Schild, das nicht wirklich weiterhilft.