Brexit

Das Deprimierendste heute morgen war die Startseite von Twitter.

twitter-brexit

Zwischen Elyas M’Barek, @julienco, den besten Rooftop-Bars Berlins und dem gespiegelten Missgeschick einer Schlange findet man den #brexit nur an einer Stelle. Und auch bloß, weil es Klaaas Heufer-Umlauf ist, der dazu twittert: „es ist zum heulen. #brexit #europa“

Entweder Twitter versinkt langsam im Beauty-Mode-Star-Entertainment-Orkus, oder es ist so aktuell, dass der Brexit am Morgen danach nur noch alter Chice von gestern ist.

Verhältnisse (24)

  • 2 Prozent der Terroranschläge in der EU zwischen 2009 und 2013 wurden von muslimischen Tätern verübt. 98 Prozent von nichtmuslimischen.
  • 6 Prozent der Terroranschläge in den USA zwischen 1980 und 2005 wurden von muslimischen Tätern verübt. 94 Prozent von nichtmuslimischen.
  • Seit dem 11.9.2001 starben 37 Menschen in den USA durch muslimische Terroranschläge. Im selben Zeitraum wurden 190.000 Amerikaner ermordet.
  • 2007 standen 75% der Beiträge in BILD und SPIEGEL über Islam und Muslime in einem negativem Kontext.
  • 2005 und 2006 standen 81% der Beiträge in ARD und ZDF über Islam und Muslime in einem negativem Kontext.
  • In Sachsen ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung muslimisch. Dort empfinden 78% der befragten Deutschen den Islam als bedrohlich.
  • In NRW lebt ein Drittel der deutschen Muslime. Dort fühlen sich „nur“ 46% der befragten Deutschen vom Islam bedroht.

Welches Islambild wir haben, wie es entstand und warum es so gefährlich ist, erklärt Irene Amina Rayan im lesenswerten Krautreporter-Beitrag „Total normal“, dem diese Zahlen entstammen. Sie empfiehlt daher:
„Wir brauchen mehr Geschichten über Muslime, in denen sie nicht Terroristen und Kriminelle sind. Denn von einer gerechteren Darstellung des Islam in Deutschland profitieren wir alle.“

Fluchtgedanken

Bei all dem Talkshowgesabbel, den aufgeregten Zwischenrufen von links wie rechts, den erwartbaren Kommentaren in Presse, Funk und Fernsehen und dem eigenen Gedankenwirrwarr tut es mitunter gut, jemanden zu haben, der all das, was einem im Zusammenhang mit der so genannten „Flüchtlingskrise“ um die Ohren fliegt, sortieren und einordnen kann.
Jonas Schaible kann das auf eine so unaufgeregt sachliche wie glasklar Stellung nehmende Art, dass ich mir immer wieder wünsche, man möge seine Texte doch bitte in FAZ, ZEIT oder Süddeutsche lesen. Also bitte: Lest seine Analyse „Flucht: Gedanken“.

Hausaufgabe

Liebe nervende Politiker, liebe uninformierte Medien,

seid so gut und macht endlich eure Hausaufgaben. Ihr glaubt, ihr wisst, wo diese griechische Malaise eigentlich herkommt?

Der Grieche ist raffgierig.
Hm. Das mittlere Einkommen in Griechenland sank während der Krise von 997 Euro auf 640 Euro.

Griechenland hat eine zu hohe Staatsquote.
Hm. Die liegt in Griechenland 2014 bei 46,36%, in Deutschland bei 44,1%.

Der Grieche ist faul.
Hm. Nach OECD-Berechnungen arbeitet der durchschnittliche Grieche 2.042 Stunden im Jahr, der durchschnittliche Deutsche 1.371.

Eine Krise fordert eben harte Einschnitte. Da hilft nur sparen.
Hm. In der Krise 2008 verlängerte die deutsche Regierung das Kurzarbeitergeld und unterstützte die Automobilindustrie mit einer milliardenschweren Abwrackprämie.

Die Griechen sollen endlich mal was umsetzen, nicht nur versprechen.
Hm. Zwischen 2010 und 2014 haben die verschiedenen griechischen Regierungen 179 Reformgesetze erlassen.

Liebe nervende Politiker, liebe uninformierte Medien,

lest Michalis Pantelouris auf Zeit online und denkt nochmal darüber nach, ob er vielleicht Recht haben könnte mit seinen Worten:

„Ich sage es noch einmal: Die griechische Verwaltung ist ineffizient. Das Steuersystem ist unproduktiv. Das Rentensystem ist chaotisch. Das Gesundheitssystem ist erbärmlich. Das alles war schon vor der Krise so. Ich verstehe nur nicht, wie man auf die Idee kommen kann, eine Regierung, die kein Geld mehr ausgeben darf, werde es schaffen, dies alles zu ändern.“

Griechenland

Mir fehlen langsam die Worte. Gabriel hängt sein Fähnchen nach den Winden, die vom Stammtisch her blasen, Schäuble hat die Sympathiewerte eines Außenministers und deutsche Medien verbreiten Dreck, den man nicht anders als Volksverhetzung nennen kann.

Vielleicht helfen da Worte aus dem Ausland.

Der Schweizerische Tagesanzeiger fasst die letzten sechs Monate der Tsipras-Regierung in einer atemlos machenden Geschichte zusammen.

Der Volkswirtschaftskommentator der New York Times hält die EU-Sparliste für Wahnsinn, der einem Staatsstreich gleichkomme.

Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz beschreibt in der TIME Deutschlands Rolle als geschichtsvergessen und fordert US-Hilfe für Griechenland.

Und Yanis Varoufakis erzählt im New Statesman seine Version der Verhandlungen, bei denen an Schlaf nicht zu denken war.

Man sieht: Es gibt auch eine andere Sicht der Dinge. Welche die richtige ist, mag jeder selbst entscheiden.

Rechenschieber

Wer weiß noch, was ein Rechenschieber ist? Wir hatten damals eine Klassenbestellung bei Schreibwaren Mey aufgegeben und dann monatelang – wenn nicht jahrelang – im Unterricht damit gekämpft. Aber genial waren die Dinger schon. Doch eines schönen Tages gab es eine Klassenbestellung Texas-Instruments TI-30 und der Rechenschieber wanderte zuerst in die Schublade und dann in den Müll.

Für alle, die keine Ahnung haben, worum es hier geht, die mögen bitte mein Lieblingsblog konsultieren, da wird heute nicht nur alles über Rechenschieber erklärt, sondern auch, wie sie funktionieren, wo man einen virtuellen im Netz findet und: Wo man heute noch fabrikneue Rechenschieber kaufen kann, von denen damals anscheinend zuviele produziert wurden.

Nagelneuen Kicker 2.0 zu verschenken

Vor ziemlich genau einem Jahr erhielten wir erfreuliche Post: Der Pappkicker von Kickpack traf ein und wurde sogleich aufgebaut. Schon dieser Akt war eine große Freude: Das genial durchdachte Gerät benötigt weder Kleber noch Werkzeug, sondern wird einfach zusammengefaltet und -gesteckt und funktionierte von Anfang an perfekt.

Seitdem vergeht kaum ein Tag ohne spannendes Match im Foyer der Agentur. Indes: Weil Grafikdesigner und Programmierer weder sich noch das Material schonen, mit dem sie arbeiten, war der Spaß nach einigen Wochen vorbei. Der Pappkicker war hinüber und wurde durch ein Profigerät ersetzt, das zwar lauter, dafür aber stabiler ist.

Der Pappkicker steht seither im Keller, weil es niemand fertig brachte, ihn ins Altpapier zu werfen. Er war uns einfach ans Herz gewachsen

Nun flatterte wieder Post ins Haus.

Moin Moin,

leider mussten wir feststellen, dass unser Kartoni Pappkicker bei euch nicht so gut angekommen ist.
Da wir unseren Kartoni mittlerweile optimiert haben (unter anderem verstärkte Seitenwände), möchte ich euch fragen, ob Ihr unserem Kartoni und unserem neuen Produkt, dem „Tennino“ eine zweite Chance gebt. Ich würde mich sehr freuen, euch jeweils ein Produkt zusenden zu dürfen.
Vielleicht könnt Ihr uns die Chance geben, einen neuen, besseren Eindruck zu hinterlassen.

Ich freue mich auf eure Rückmeldung
Besten Gruß
Moritz

Moritz ist der Marketingmann bei Kickpack und ich zögerte nicht lange, ihm zu antworten:

Lieber Moritz,

das finde ich sehr nett. Eigentlich ist das Gerät sogar sehr gut bei uns angekommen. Idee, Ausführung und Gestaltung gefallen uns gut. Nur durch den Härtetest kam es nicht. Und vielleicht geht das auch gar nicht aus Pappe. Mittlerweile haben wir einen echt stabilen Turnierkicker erworben. Aber auch bei diesem haben wir schon Ersatzteile gebraucht.

Das Angebot nehmen wir trotzdem gerne an; eventuell würden wir das Gerät dann aber an Bedürftigere weitergeben, die das dann ebenfalls testen können. In jedem Fall würde ich im Blog davon berichten.

Euch alles Gute mit der wirklich tollen Geschäftsidee!

Jetzt sind die beiden Pakete angekommen: Ein großes und ein kleineres. Das kleine (Tennino) werden wir auspacken, wenn wir ein bisschen Zeit haben, das große aber – den Pappkicker Kartoni – möchten wir gerne verschenken.

Wenn ihr das Paket hier in Tübingen selbst abholt, dann kriegt ihr den genialen Kartoni-Kicker 2.0 (mit verstärkten Seitenwänden!) unter einer Bedingung: Ihr schreibt darüber einen Praxistest (am besten mit Bildern) im eigenen Blog oder anderswo und/oder schickt ihn uns zu. Wir berichten darüber an dieser Stelle.

Interessenten melden sich bis Montag abend, 17.11., am besten unten in den Kommentaren. Wir losen den Glücklichen oder die Glückliche dann aus.